Liberty Global gratuliert

Vodafone kann sich bei Kabel-Übernahme entspannen

17. Juli 2013
Vodafone muss bei der angepeilten Übernahme von Kabel Deutschland endgültig kein Störfeuer von Konkurrenten mehr befürchten.

"Unglücklicherweise sind uns die Jungs von Vodafone bei dem Versuch zuvorgekommen, den Rest von Deutschland zu konsolidieren", sagte Liberty-Global-Chef John Malone am Dienstag der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er wünsche den Briten viel Glück und hoffe darauf, dass Vodafone ein guter Wettbewerber im Kabelgeschäft werde.

Die Möglichkeiten von Liberty Global, das Kabelgeschäft in Nordeuropa weiter zu konsolidieren, würden enger werden. Daher will sich Malone nun auf den südlichen Teil Europas konzentrieren. Kreisen zufolge halten die Amerikaner das Gebot des britischen Mobilfunkkonzerns für zu teuer. Außerdem rechneten sie mit kartellrechtlichen Problemen im Falle einer erfolgreichen Offerte.

Vodafone bietet den Aktionären von Kabel Deutschland 87 Euro je Anteilschein. Die Führungsspitze des im MDax notierten Unternehmens empfiehlt die Annahme des Angebots. Allerdings hat das Bundeskartellamt schon mahnend den Finger erhoben. Behördenchef Andreas Mundt hatte zuletzt betont, dass Übernahmen auf dem deutschen Kabelmarkt eine intensive Prüfung erforderlich machten. Offen ist noch, ob diese Untersuchung von der Bonner Behörde oder auf EU-Ebene stattfinden wird.

Kabel Deutschland ist in 13 von 16 Bundesländern vertreten und mit 8,5 Millionen Kundenhaushalten der größte deutsche Kabelnetzbetreiber. In Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen wird der Markt von Liberty Global mit der Tochter Unitymedia dominiert. Aus diesem Grund wäre eine Übernahme Kabel Deutschlands auch wettbewerbsrechtlich schwierig - zumal 2002 das Kartellamt den Verkauf von einigen Kabelbetreibern an Liberty untersagt hatte. Kabel Deutschland war früher einmal eine Tochter der Deutschen Telekom, musste aber wegen Auflagen im Zusammenhang mit der Privatisierung des ehemaligen Staatskonzerns abgespalten werden. Danach wanderte Kabel durch die Hände verschiedener Finanzinvestoren. (dpa/rs)

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