CDU und SPD nicht Web-kompetent

Wahlkampfmotto auf Piratenpartei verlinkt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München.
Die etablierten Parteien gefährden sich selbst durch mangelnde Web-Kompetenz. Nutzer, die das Wahlkampfmotto der CDU oder der SPD in den Browser tippen, werden auf die Seiten der Piratenpartei geleitet. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sehnt sich nach den Web-Strategien eines Barack Obama.

"Unser Land kann mehr", versichert SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Was jedoch den professionellen Umgang mit dem Internet betrifft, kann er nicht viel. Gleiches gilt für die CDU. Vor allem in punkto Domain-Management ziehen beide Parteien blank. Das weiß die Konkurrenz zu nutzen: Fans der Piratenpartei lenken an SPD und CDU interessierte Nutzer um.

Konkret: Wer das Wahlkampfmotto der CDU ("Wir haben die Kraft") oder das Stichwort "Deutschland-Plan" der SPD in den Browser tippt, landet auf dem Auftritt der Piratenpartei. Die will es allerdings nicht gewesen sein. "Wir haben sehr geschmunzelt, als wir das gesehen haben", erklärt ein Sprecher gegenüber cio.de. Man finde es aber gut. Erstens profitiere man davon und zweitens sei das ja genau, was die Piraten wollen: Dass der Bürger als Individuum in das gesellschaftliche Geschehen - wie eben einen Wahlkampf - eingreift.

CDU und SPD sind ja auch selber schuld. Das sagt, zumindest zwischen den Zeilen, der Dienstleister Netnames. "Wer eine Kampagne auch online sicher und erfolgreich umsetzen möchte, muss daran denken, auch die entsprechenden Domain-Namen frühzeitig zu registrieren", kommentiert Bernd Beiser, Geschäftsführer NetNames Deutschland.

Beiser verweist zudem auf eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM. Demnach denken 44 Prozent der wahlberechtigten Deutschen, dass eine Partei ohne den Einsatz des Internet heute keine Wahl mehr gewinnen kann.

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