Trends kompakt: Prozessorientierung

Warum weniger oft mehr ist

02. Juli 2007
Von Boris Otto
Schnell und flexibel muss die IT sein, um die Prozessorientierung im Unternehmen optimal zu unterstützen. Das klingt einfach, ist es jedoch nicht: Dahinter steckt vielmehr das Management eines Konflikts aus Standardisierung einerseits und Innovation andererseits.

Auf der einen Seite muss Informationstechnologie Geschäftsprozesse effizient gestalten, auf der anderen Seite aber auch den spezifischen Anforderungen der Prozessnutzer gerecht werden. Dafür ist nach Ansicht von IT-Verantwortlichen die Einbindung der jeweiligen Kompetenzträger in den Fachbereichen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Um der Forderung nach Effizienzsteigerungen gerecht zu werden, sollen in Zukunft Kennzahlensysteme zur Prozesssteuerung und -überwachung eine größere Rolle spielen als bisher. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Globalisierung der Unternehmen und der damit verbundenen weltweit genutzten Prozessarchitektur.

Lessons to learn: Von Change bis SOA.
Lessons to learn: Von Change bis SOA.

Die neue Rolle der Informationstechnologie in Zeiten des Wandels: Sie wird in zunehmendem Masse zum Innovationstreiber. Voraussetzung dafür ist ein Umdenken, denn die IT wird stärker als in der Vergangenheit proaktiv die Potenziale neuer Technologien, beispielsweise Web 2.0, aufzeigen müssen.

Oberstes Gebot bei der Ausgestaltung der Rolle des CIO in diesem Kontext: die Orientierung am Kunden, unter anderem durch die aktive Suche des Kundendialogs. Dabei muss sich der CIO darauf einstellen, dass sich seine Position in Richtung eines "Chief Integration Officer“ verschiebe. Hierbei käme ihm seine hohe Veränderungsbereitschaft zu Gute, die er - durchaus auch im Gegensatz zu Verantwortlichen traditioneller Unternehmensfunktionen - bereits in der Vergangenheit an den Tag legen musste. Deshalb ist der CIO gut beraten, wenn er bei Veränderungsprozessen als "Change Manager“ und als "Coach“ agiert.

Operationalisieren lassen sich diese Ansätze mit Maßnahmen wie dem verstärkten Aufbau von Prozesskompetenz im IT-Bereich, der Etablierung von Anreizsystemen und Standards, der Ableitung einer "Balanced Sourcing“-Strategie und dem Einrichten eines "Inhouse Consulting“. Eine übergeordnete Handlungsempfehlung lautet: "Weniger ist of mehr“.