Mitarbeiter sind die Stars

Warum Wissensarbeiter viel Freiraum brauchen

09. April 2013
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
IT-Spezialisten akzeptieren am Arbeitsplatz kein straffes Regelkorsett. Außerdem verlangen sie ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Freizeit. Doch die Realität, so zeigt eine aktuelle Studie, sieht anders aus.
Drei Viertel der Beschäftigten wollen keine feste Regel im Job.
Drei Viertel der Beschäftigten wollen keine feste Regel im Job.
Foto: Paulus Nugroho R/Fotolia.com

Zwischen den Ansprüchen von fest angestellten Wissensarbeitern und der Unternehmenswirklichkeit klafft eine große Lücke. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld" von Pierre Audoin Consultants (PAC) und der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement im Auftrag des Personalvermittlers Hays aus Mannheim. So sehen 74 Prozent der 300 befragten Experten ihren Job nicht mehr an feste Regeln und fest definierte Unternehmensprozesse gebunden. Sie beanspruchen vielmehr eine große Gestaltungsfreiheit (95 Prozent) und flexible Arbeitszeitmodelle (90 Prozent).

Zu wenig gefördert

Zwar fühlen sich 86 Prozent der Befragten in hohem Maße als Experten wertgeschätzt, gleichzeitig aber sieht sich jeder zweite nicht ausreichend gefördert. Dies betreffe auch den fachlichen Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg. Mehr als ein Drittel der befragten Fachleute haben hier Defizite ausgemacht.

Gerd Müller, Fiducia: "Das Unternehmen fördert den Wissensaustausch mit externen IT-Experten."
Gerd Müller, Fiducia: "Das Unternehmen fördert den Wissensaustausch mit externen IT-Experten."
Foto: Fiducia

Ähnliches gilt für das Thema Work-Life-Balance. Obwohl gerade die großen Unternehmen Bewerber mit interessanten Arbeitzeitmodellen locken, zeigt die Realität laut Studie ein anderes Bild. Nur 29 Prozent der Befragten können solche Modelle im Alltag nutzen. "Die Bedeutung von Wissensarbeit für einen Hochlohn- und Innovationsstandort wie Deutschland ist mittlerweile unumstritten", erklärt Gabriele Vollmar, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement. Doch hätten viele Unternehmen die sich daraus ergebenden Konsequenzen noch nicht gezogen.

Den Unternehmen müsste klar sein, wie selbstbewusst die Wissensarbeiter sind. Immerhin würden laut Studie 97 Prozent ihr Know-how als strategische Ressource für ihr Unternehmen einstufen. Ihre Selbstsicherheit zeige sich auch daran, dass 74 Prozent der Befragten meinen, nur schwer durch andere ersetzbar zu sein. "Mehr als die Hälfte ist sogar bereit, die Firma zu wechseln, wenn sie sehen, dass sie sich fachlich nicht mehr weiterentwickeln können", kommentiert Hays-Sprecher Frank Schabel.

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