Fit fürs Business?

Was Analysten zu Windows 10 sagen

07. September 2015
Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Windows 10 im Unternehmen - ja oder nein? Besonders unter Datenschutzaspekten läuft eine heiße Debatte um Vor- und Nachteile eines Einsatzes des neuen Microsoft-Betriebssystems. Wir haben einige IT-Analysten um ihre Einschätzung gebeten.

Windows 10 erlaubt in Sachen Datenübermittlung und DatenschutzDatenschutz zahlreiche Einstellungen, die sich von den Vorgängerversionen unterscheiden. Diese Vielzahl an Einstellungen macht erst deutlich, wie viele Daten das neue Microsoft-System erhebt und an den Hersteller und andere Stellen übermittelt. Datenschützer sind alamiert - unter anderem übte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz jüngst heftige Kritik und sprach gar von "Überwachung bis zum letzten Klick". Steht es wirklich so schlimm um den Datenschutz in Windows 10? Und tangiert das Ganze die Unternehmensanwender überhaupt? Was ist IT-Entscheidern zu raten, wie sie und ihre Unternehmen mit Windows 10 umgehen sollen? Wir haben uns umgehört. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Oliver Schonschek: "Nicht nur positiv"

"Unternehmen bieten sich mit MicrosoftMicrosoft Windows 10 interessante, sicherheitsrelevante Funktionen wie die Unterstützung einer biometrischen Zugangskontrolle und die Möglichkeit zur Steuerung von Updates passend zu den betrieblichen Wartungsfenstern. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Die möglichen Auswirkungen auf die Datensicherheit und den Datenschutz sind aber nicht nur positiv. Wenn der Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Windows 10 als 'Fenster zur Privatsphäre' bezeichnet oder die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. bei Windows 10 von 'Überwachung bis zum letzten Klick' spricht, unterstreicht dies die Problematik eindrucksvoll.

Bevor Unternehmen also Windows 10 einführen, um zum Beispiel von neuen IT-Sicherheitsfunktionen zu profitieren, sollten die Datenschutz-Voreinstellungen sehr genau überprüft und entsprechend der Prinzipien Datenvermeidung und Datensparsamkeit verändert werden. Solange Privacy by Default nicht zum Standard in der IT-Branche geworden ist, sind Datenschutzprüfungen bei Einführung eines neuen Betriebssystems und jeder anderen Software Pflicht."

Malte Rhode, Capgemini: "Windows 7 hat ein Ende"

"Es ist nicht einfach nur ein neues Betriebssystem, es geht um viel mehr. Während man mit Windows XP und Windows 7 einen neuen Desktop einführen konnte, bringt Windows 10 einen neuen Architekturansatz mit sich. Die Industrie steht unter dem Druck der digitalen Transformation. Cloud ist nur ein Stichpunkt.

Kritische Themen gab es schon immer: 'Windows Calling Home' unter Windows XP, der Hype um Linux statt Windows und weitere Themen bringen immer wieder Diskussionsstoff. Microsoft hat sich immer durchgesetzt und ist heute von den Arbeitsplätzen in Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Das wird auch bis auf weiteres so bleiben.

Man muss sich eher früher als später mit Windows 10 auseinandersetzen. Es geht nur über ein ganzheitliches Projekt, z.B. die Einführung eines modernen Arbeitsplatzes. Hier werden Themen rund um Windows 10, Cloud und Datenschutz behandelt. Fängt man jetzt an, kann man in Ruhe Möglichkeiten analysieren und notwendige Vorkehrungen treffen, bevor Windows 7 abgekündigt wird. Eines ist sicher: Der Lifecycle von Windows 7 hat ein Ende."