Ratschläge von IT-Führungskräften

Was CIOs im Ausland vermissen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Dem einen fehlen Familie und Freunde, andere vermissen den direkten Dialog oder einfach nur ein Wiener Schnitzel. CIOs berichten über ihre Erfahrungen im Ausland.

Die Bereitschaft, für die KarriereKarriere in ein anderes Land zu gehen, sinkt in Deutschland - im Gegensatz zum globalen Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Bürodienstleisters Regus aus Düsseldorf. Laut Regus haben sich rund 20.000 Manager an der Umfrage beteiligt, davon 829 Deutsche. Alles zu Karriere auf CIO.de

In Zahlen heißt das: lediglich 25 Prozent der Deutschen sind heute eher zum Ortswechsel bereit als vor zehn Jahren. 28 Prozent können sich das schlechter vorstellen als früher. Im weltweiten Durchschnitt dagegen zeigen 44 Prozent eine höhere Bereitschaft - und 26 eine geringere.

Deutsche Besonderheiten

Wer den Wechsel wagt, vermisst im neuen Land vor allem die Familie und die eigenen vier Wände. Auch hier zeigen sich einige deutsche Besonderheiten: Nur jeder Zehnte gibt an, das Deutschsprechen fehle ihm. Global sagen das mit 17 Prozent deutlich mehr Befragte. Auch scheint die heimische Küche verzichtbar: Lediglich fünf Prozent der Deutschen klagen über Heimweh nach Hausmannskost. Im weltweiten Durchschnitt sind es 25 Prozent.

Nicht im deutschen Umfeld leben

CIOs gestalten den persönlichen Umgang mit dem Wechsel zwischen Kulturen und Nationen sehr unterschiedlich. So bekommt Matthias Moritz, der als CIO für Almirall nach Barcelona ging, auch an der Costa del Maresme sein Vollkornbrot und seine Lakritz-Bonbons. Was ihm fehlt, sind "in bestimmten Momenten der Besuch eines Freundes oder der Familie", wie er cio.de gegenüber sagte. Moritz Rat an Ausreisewillige: auf Integration achten, nicht im deutschen Umfeld leben, sondern sich die Landessprache aneignen.

Anfangs belächelt und unterschätzt

Die Sprache war weniger das Problem für Gottfried Egger, der von Österreich nach Bayern zum Automobilzulieferer Dräxlmaier wechselte. Ihm fehlen schlicht das gute Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat (hochdeutsch: Kartoffelsalat) und einem zünftigen steirischen Bier. Er sieht in seiner Migrationsgeschichte Vorteile: Als österreichische Führungskraft werde man "zu Beginn etwas belächelt und daher meistens unterschätzt". Klappen die Dinge dann doch, kann man den Überraschungseffekt nutzen, um grundlegende Änderungen durchzusetzen.

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