Lizenzmodelle von Oracle, IBM & Microsoft

Was Datenbank-Virtualisierung kostet

15. Juli 2011
Von Hartmut  Wiehr
Der Teufel bei Lizenzen für Virtualisierung steckt gewollt im Detail - zum Vorteil der Anbieter, meint Sören Reimers von ProLicense in seinem Gastbeitrag.
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Die Auswirkungen der Virtualisierung auf die Lizenzierung von Datenbanken sind ein seit Jahren kontrovers diskutiertes Thema in der IT-Branche. Die klassischen Bezugsgrößen wie Server, CPU oder User-Anzahl sind in der virtuellen Welt nicht mehr so ohne weiteres greifbar. Die Hersteller von Datenbanken tun im übrigen alles, um ihre alten, äußerst profitablen Lizenzmodelle in die Gegenwart und Zukunft von Virtualisierung und Cloud hinüber zu retten.

Die Problematik hat es in sich, denn das ursprünglich aus der Mainframe-Welt stammende Konzept der Virtualisierung ist nicht mehr aus dem Unternehmensalltag wegzudenken und hat auch die Domäne der Datenbanken erfasst. So ergab eine Umfrage der Anwendervereinigung DOAG aus dem Jahre 2010, dass von 420 Oracle-Kunden etwa 90 Prozent Virtualisierungslösungen einsetzen. Die meisten tun das mit VMware, einem Hersteller, der ebenfalls für seine nicht zimperliche Lizenzpolitik bekannt ist.

Bei der Einführung von neuen Lizenzmodellen sind unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Auf der einen Seite verlangen die Kunden flexible Lizenzmodelle, die dem Abruf der tatsächlichen Rechenleistung in virtuellen Umgebungen gerecht werden. In der Theorie wären verschiedene Modelle denkbar, wie zum Beispiel das aus der Mainframe-Welt stammende „Metering“, bei der die Nutzung der Hardware-Ressourcen durch die Anwendung protokolliert wird.

Doch auf der anderen Seite benötigen die Kunden kalkulierbare Lizenzkosten, um das IT-Budget im voraus planen zu können. Bei einem verbrauchsgerechten Lizenzmodell wissen die Kunden aber nicht, welche Lizenzkosten am Ende des budgetierten Jahres zu Buche schlagen werden. Insofern wäre bei der Einführung von neuen Lizenzmodellen auch ein Umdenken bei der Budgetplanung notwendig.