Public IT


IT-Chefs im öffentlichen Dienst

Was den CIO der Zukunft ausmacht

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public ICT, Telekommunikation und Social Media.
Ricoh gab eine Umfrage unter Führungskräften im Öffentlichen Dienst in Europa in Auftrag. Bemerkenswert: Die CIOs wurden zu 90 Prozent positiv bewertet.

Teilnehmer einer europäischen Studie unter Führungskräften im öffentlichen Dienst, die von dem Unternehmen Ricoh Europe in Auftrag gegeben wurde, haben die wichtigsten Zukunftseigenschaften eines CIOs für den öffentlichen Sektor definiert.

Für die Umfrage wurden im Mai und Juni 2013 von Coleman Parkes Research in ganz Europa 735 leitende Geschäfts- und IT-Entscheidungsträger in acht vertikalen Branchen interviewt: Bildung, Justiz, Versorger/Energie, Gesundheitswesen, öffentlicher Dienst, Einzelhandel, Industrie und Finanzdienstleistungen.

Die zwei wichtigsten Eigenschaften (beide punktgleich) sind laut Umfrage ein notwendiger Hintergrund in Marketing und vorhandenes technologisches Know-how, gefolgt auf dem dritten Platz von Fachkenntnissen bei geschäftskritischen Prozessen.

Was muss der CIO der Zukunft können? Marketing und technologisches Wissen sind wichtig.
Was muss der CIO der Zukunft können? Marketing und technologisches Wissen sind wichtig.
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Bemerkenswert: Führungskräfte auf dem öffentlichen Sektor bewerten ihre CIOs mit überwältigender Mehrheit positiv. 90 Prozent erklären, dass sie über die Ressourcen verfügen, um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen voranzutreiben, um infolge die Effizienz zu steigern und den Bürgern bessere digitale Dienstleistungen anzubieten, so die Autoren.

„Der öffentliche Sektor zeigt deutlich, dass CIOs künftig die Kommunikationsbedürfnisse der Bürger kennen und verstehen müssen“, so die Autoren. Ziele der Digitalen Agenda für Europa seien, die Interaktion von Bürgern und Unternehmen mit europäischen Behörden zu vereinfachen und den öffentlichen Dienst in Europa in eine standardmäßig elektronische Verwaltung umzubauen.“ Ziel sei ferner, dass bis 2015 die Hälfte der Bürger E-Government-Dienste in Anspruch nehmen.

Auf den digitalen Wandel noch nicht vorbereitet

Trotz des gezeigten Optimismus und der Unterstützung für CIOs zeige die Studie aber auch auf, dass mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Organisationen im öffentlichen Bereich noch nicht auf diesen digitalen Wandel vorbereitet seien.

Die möglichen Ursachen für den langsamen Wandel erklären die befragten Führungskräfte so: Sie geben an, dass ihre CIOs zwar hervorragend in der Lage wären, Veränderungen in kritischen Bereichen des Finanzmanagements, der Kundenbindung oder im Bereich der Datenanalyse und der Business IntelligenceBusiness Intelligence voranzutreiben. Aber, nur neun Prozent der CIOs seien demnach in der Lage, geschäftskritische Prozesse zu verändern. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

Nur wenige CIOs sehen Change Management als wichtig an

Darüber hinaus sehen nur 29 Prozent der Befragten Change Management als eine wesentliche Kompetenz eines CIO an, die aber zur Einführung neuer Arbeitsverfahren und für die Überführung des öffentlichen Dienstes in das digitale Zeitalter erforderlich sind.

„Es fällt CIOs schwer, die vielen, von ihnen erwarteten Aufgaben miteinander zu vereinbaren, um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen voranzutreiben. So ist es nicht verwunderlich, dass einige Bereiche noch hinterherhinken“, meint Carsten Bruhn von Ricoh.

Die Führungskräfte wollten vor allem die richtige Technologie für Kundenbedürfnisse bereitstellen. Dadurch würden häufig die Geschäftsprozesse übersehen, die Technologie und Menschen verbinden. Wenn diese Prozesse vollständig optimiert und im Rahmen eines wirksamen Change-Management-Programms umgesetzt würden, profitierten CIOs von „mehr Wissensaustausch, flexibleren Prozessen und der Fähigkeit, Dienste für Bürger schneller für das digitale Zeitalter vorzubereiten“.

Ricoh will bei der Optimierung von Dokumentenprozessen und der Digitalisierung von Daten mithelfen.
Ricoh will bei der Optimierung von Dokumentenprozessen und der Digitalisierung von Daten mithelfen.

Ricoh, Auftraggeber der Studie, macht sich Hoffnungen auf Aufträge: Die Europäische Kommission schätzt, dass allein durch E-Procurement 100 Milliarden Euro pro Jahr eingespart und dass durch E-Government die Verwaltungskosten um 15 bis 20 Prozent reduziert werden könnten. „Durch die wirksame Optimierung von Dokumentenprozessen kann der öffentliche Sektor sicher auf Informationen zugreifen und Dokumente effizienter verarbeiten. Auf diese Weise sind erstklassige Dienstleistungen auch für Bürger gewährleistet.“ Mehr zur Studie finden CIO.de-Leser hier und hier.