Ernährung, Sport, Schlaf

Was Führungskräfte für ihre Gesundheit tun

18. November 2015
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Manager essen wenig Fleisch und treiben Sport, greifen aber zu oft zu Nahrungsergänzungsmitteln. Die Max Grundig Klinik hat Führungskräfte befragt.

Mit Befragungen über das Gesundheitsverhalten von Menschen und ihre sportlichen Aktivitäten verhält es sich genauso wie mit Umfragen über die Häufigkeit von Sex: Niemand sagt die ganze Wahrheit.

Solche Kissen sollen den - von Ärzten empfohlenen - Mittagschlaf im Büro erleichtern. Das Tool eignet sich zudem zur Abwehr nerviger Kollegen...
Solche Kissen sollen den - von Ärzten empfohlenen - Mittagschlaf im Büro erleichtern. Das Tool eignet sich zudem zur Abwehr nerviger Kollegen...
Foto: www.studiobanana.com

Und: Es gibt deutlich mehr Vorsätze nach dem Motto "ich-müsste-auch-dringend-mal-wieder" als echte Aktivität. Die Anmeldezahlen in Fitnesscentern zum Beispiel steigen seit Jahren, die Anzahl der Menschen, die überhaupt keinen Sport machen, aber auch, wie die Techniker Krankenkasse 2013 in einer Studie festgestellt hat.

Wenn man diese Einschränkungen berücksichtigt, dann müsste die aktuelle Studie der renommierten Max Grundig Klinik vielleicht nicht "Was Führungskräfte regelmäßig für ihre GesundheitGesundheit tun" heißen, sondern eher "Was Führungskräfte behaupten, für ihre Gesundheit zu tun" heißen. Spannend sind die Ergebnisse dennoch - oder vielleicht gerade deshalb. Top-Firmen der Branche Gesundheit

Die Klinik hatte 1000 repräsentativ ausgewählte Führungskräfte danach gefragt, wie sie sich ernähren, wie viel Sport sie machen und wie gut sie schlafen.

Fleisch nicht verteufeln

Manager verzichten häufig auf Fleisch - und folgen damit einem gesellschaftlichen Trend.
Manager verzichten häufig auf Fleisch - und folgen damit einem gesellschaftlichen Trend.
Foto: stockcreations - shutterstock.com

61 Prozent der Befragten verzichten demnach regelmäßig und häufiger als früher auf Fleisch, unter den Managerinnen sind es sogar 73 Prozent. "Der gesellschaftliche Mega-Trend, weniger Fleisch zu essen, ist ganz offensichtlich bei vielen Führungskräften angekommen", so Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik dazu. "Aus medizinischer Sicht ist es aus vielfältigen Gründen richtig, Fleisch nicht im Übermaß zu essen."

Acht Prozent der Führungskräfte gaben bei der Befragung an, vegetarisch zu leben, ein Prozent sagten, sie seien Veganer. Die Zahl der Frauen ist dabei jeweils etwa doppelt so hoch wie die der Männer. Curt Diehm: "Auch in diesem Aspekt kann man den Führungskräften ein gutes Gespür für Gesundheit attestieren."

Den Trend, Fleisch aus physiologischer Sicht ganz zu verteufeln, hält er allerdings für falsch. Gerade in einem mental und teilweise auch körperlich anstrengenden Berufsalltag gehöre Fleisch auf den Essenszettel.

Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig

Ebenfalls für nicht sinnvoll hält Diehm die auch unter Führungskräften verbreitete Neigung zu Nahrungsergänzungsmitteln, also beispielsweise zu Vitaminpräparaten oder Mineralien. 27 Prozent der von der Max Grundig Klinik Befragten nehmen solche Mittel regelmäßig zu sich, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Dazu der Herz- und Gefäßmediziner Curt Diehm: "Nahrungsergänzungsmittel sind außer in bestimmten Fällen und Indikationen unnötig, nutzlos und gelegentlich sogar gefährlich. Es verwundert, dass sich doch so viele Führungskräfte von der Werbung dieser Industrie verführen lassen."

Wichtigstes Ritual: Sport treiben

Eine wichtige Rolle spielte in der Untersuchung auch die Frage nach alltäglichen Ritualen, die der Gesundheit zuträglich sind. 32 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass sie solche Rituale pflegen. Eine deutlich höhere Anzahl allerdings würde solche Rituale zwar gerne pflegen, aber es fehlt ihnen die Zeit oder die Willenskraft dazu. Lediglich 17 Prozent halten von solchen Ritualen nichts.

Das wichtigste Ritual: regelmäßiger Sport. Den betreiben 64 Prozent der Führungskräfte. Dieser bemerkenswert hohe nimmt - jedenfalls lautet so die Selbstauskunft - auch bei Älteren nicht signifikant ab. Curt Diehm empfiehlt, Zeiten für sportliche Aktivitäten fest in den Kalender einzubauen und konsequent zu blocken. Das helfe, die dafür notwendige Disziplin auch wirklich aufzubringen.

Entspannungstechniken kaum genutzt

"Die Kombination aus regelmäßigem Sport, Fleischkonsum in Maßen und dem Verzicht auf Rauchen mindert drastisch das Risiko auf zentrale Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht", so der Mediziner.

Abgesehen vom Sport pflegen Führungskräfte nur wenige Gesundheitsrituale: Lediglich 11 Prozent gehen regelmäßig in die Sauna, 27 Prozent wenden regelmäßig Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation oder Meditation an.

Führungskräfte leiden besonders häufig unter Schlafstörungen.
Führungskräfte leiden besonders häufig unter Schlafstörungen.
Foto: Marcos Mesa Sam Wordley - shutterstock.com

Probleme mit dem Schlaf

Besonders wichtig bei Führungskräften ist der erholsame Schlaf. Aus mehreren Befragungen und Studien der Max Grundig Klinik geht hervor, dass ein guter Teil der deutschen Manager Probleme mit der Schlaflänge und der Schlafqualität hat. Auch bei der aktuellen Befragung gaben wieder 61 Prozent an, dass sie nicht ausreichend viel und gesund schlafen.

Wer nachts zu wenig schläft, so Curt Diehm, könnte durchaus tagsüber einen Teil dieses Schlafs nachholen. "Ein kurzer Mittagschlaf ist ein hervorragendes Mittel, um seine geistige Frische wiederherzustellen.

"Wenn es zeitlich und räumlich machbar ist, kann ich dieses Ritual nur empfehlen", so Diehm. 14 Prozent der Führungskräfte halten regelmäßig einen Mittagsschlaf, weitere 31 Prozent gelegentlich, zum Beispiel am Wochenende oder auf Geschäftsreise.