Fehlzeiten-Report 2011

Was gute Führungskräfte auszeichnet

14. September 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Bekommen Mitarbeiter Anerkennung und werden gut informiert, sind sie weniger krank. Die Chefs selbst gingen an 8,3 Tagen im Jahr krank zur Arbeit.

Der Fehlzeiten-Report 2011 zeigt, dass gute Chefs die GesundheitGesundheit ihrer Mitarbeiter positiv beeinflussen können. Wie die Ergebnisse des vom Wissenschaftlichen Institut der AOK erstellten Reports verdeutlichen, haben Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften gut informiert werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Top-Firmen der Branche Gesundheit

Informieren Führungskräfte ihre Angestellten ausreichend, beeinflusst das die Gesundheit der Mitarbeiter positiv.
Informieren Führungskräfte ihre Angestellten ausreichend, beeinflusst das die Gesundheit der Mitarbeiter positiv.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

Für den Report mit dem Schwerpunktthema "Führungsaufgabe Gesundheit" wurden auch Mitarbeiterbefragungen von mehr als 28.000 Teilnehmern aus insgesamt 147 Unternehmen ausgewertet. 54,5 Prozent der Befragten werden nach eigenen Angaben selten oder nie von ihren Vorgesetzten gelobt. 41,5 Prozent der Umfrageteilnehmer berichten, dass der Chef ihre Meinung bei wichtigen Entscheidungen nicht beachtet. Mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer (35,5 Prozent) ist allerdings überzeugt, dass mehr Einsatz des Vorgesetzten für die Mitarbeiter die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz verbessern kann.

Am häufigsten vermissen die Befragten von ihrem Chef Rückmeldung. 62,4 Prozent von ihnen geben an, dass sie diese selten oder nie bekommen. 36,2 Prozent der Angestellten bemängeln, dass ihr Vorgesetzter selten oder nie ihre Aufgaben ausreichend mit ihnen bespricht. Ein gutes Drittel (34,6 Prozent) ist außerdem der Meinung, dass ihr Vorgesetzter nur selten oder nie dafür sorgt, dass die Arbeit gut geplant wird. Fast ebenso viele (32,4 Prozent) finden, dass der Chef sich nur selten oder nie ausreichend Zeit für ihre Anliegen nimmt. 31,2 Prozent bemängeln, dass der Vorgesetzte sie nur selten oder nie rechtzeitig und ausreichend informiert.

Mittlere Führungsebene leidet unter starkem Zeitdruck und hoher Arbeitsdichte

"Ein gesundheitsfördernder Führungsstil beeinflusst das Befinden der Mitarbeiter positiv und hilft auch die Fluktuation im Unternehmen gering zu halten", sagt Helmut Schröder, Mitglied der Geschäftsführung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Laut einer dem Fehlzeiten-Report vorangegangenen Befragung stehen aber auch die Führungskräfte selbst unter Druck. Vor allem in unteren und mittleren Führungsebenen leiden sie unter starkem Zeitdruck und hoher Arbeitsdichte, heißt es in einer Mitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Führungskräfte gaben in der Befragung an, nur an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr krank gewesen zu sein. Andere Erhebungen zeigen, dass sie im Gegenzug an 8,3 Tagen trotz Krankheit zur Arbeit gingen, sich bei Krankheit nicht angemessen erholten und zu früh an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten.