3-Jahres-Analyse Arbeitsklima

Was Mitarbeiter zufrieden macht

22. August 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Arbeitsklima ist wichtiger als Gehalt, so ein Ergebnis des "Arbeitsklima-Index" der Job AG. Erstaunlich: Die Wohlfühlfaktoren unterliegen nicht der Konjunktur.
Geld oder gutes Feeling? Frauen und Männer setzen unterschiedliche Prioritäten.
Geld oder gutes Feeling? Frauen und Männer setzen unterschiedliche Prioritäten.
Foto: Job AG

Eine gute Atmosphäre in Büro, Werkstatt oder Fabrik und erfüllende Tätigkeiten sind deutschen Arbeitnehmern wichtiger als die Entlohnung. Und zwar unabhängig davon, ob gerade wegen einer Weltwirtschaftskrise materielle Sorgen zu erwarten sind oder das Konjunkturpendel nach oben ausschlägt. Das zeigt eindrucksvoll eine Studie der Job AG, ein Personal Management-Unternehmen aus Fulda.

In jedem Quartal befragt die Job AG mehr als 1000 Beschäftigte, ausgewählt als repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung in der Bundesrepublik. Jetzt wurden die Daten von 2008 bis 2010 in einer Drei-Jahres-Zusammenschau analysiert. Dabei offenbart sich ein erstaunliches Maß an Beständigkeit.

Alles in allem geben 55 Prozent der Befragten an, dass das Arbeitsklima ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz stark beeinflusst. 43 Prozent nennen die Aufgaben, mit denen sie betraut sind; dahinter erst folgt mit 42 Prozent das GehaltGehalt. Für 30 Prozent ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes ebenfalls entscheidend. Unterschiede zeigen sich zwischen den Geschlechtern. Für Frauen ist das Arbeitsklima noch wichtiger als im Gesamtschnitt (57 Prozent), während für Männer vor allem das Geldverdienen deutlich mehr zählt: 46 Prozent der Männer nennen den Faktor Gehalt, aber nur 37 Prozent der Frauen. Alles zu Gehalt auf CIO.de

So unglaublich langweilig, dass es schon wieder höchst spannend ist, mutet der andere zentrale Befund der Studie an. Lässt man die befragten Arbeitnehmer ihre Zufriedenheit im Beruf auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten, kommt im Durchschnitt 7,5 heraus. Das Langweilig-Spannende daran? Die Antwortet lautet fast immer 7,5 – unabhängig von allen Klischees und gefühlten Unterscheidungen, die die Wahrnehmung in der Regel prägen.