Editorial von Horst Ellermann

Was Sie im neuen CIO-Magazin erwartet

23. September 2009
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die neue Oktober-Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
Die neue Oktober-Ausgabe.
Die neue Oktober-Ausgabe.

Blogs und Wikis passen nicht in Unternehmen. Wer sie trotzdem pflegt, vermeldet in aller Regel halbtote Interaktion. Nur in seltenen Fällen tauschen sich Kollegen über Web-2.0-Tools aus. Selbst amerikanische CIOs müssen Tricks anwenden, um ihre netzaffinen Mitarbeiter zur Teilnahme zu bewegen. Warum ist das so?

Unternehmen arbeiten hierarchisch, das Netz nicht. Im Web 2.0 gilt das Prinzip: Wer sich fleißig verlinkt und beharrlich postet, erhält die meiste Aufmerksamkeit und somit den größten Einfluss. Das mag in Matrix-Organisationen vielleicht gar nich viel anders sein. Aber – vom Vertrieb einmal abgesehen – sind gut verdrahten und viel quatschen wirklich die Kriterien, die ein Unternehmen nach vorne bringen?

CIO-Chefredakteur Horst Ellermann
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann

Pseudodemokratisches Ausdiskutieren von Werten oder Verfahren in Unternehmens- Blogs frustiert die Teilnehmer, denn wer ernsthaft mitdiskutiert, fragt sich am Ende natürlich, warum die Entscheider seinen Input bestenfalls als Seismograf für die Stimmung in der Firma nutzen.

Fachwissen und schlanke Strukturen (vergleiche Lean-Management bei Zumtobel) sind eigentlich viel wirksamer, um in einem Unternehmen gute und schnelle Entscheidungen herbeizuführen. Also gibt es genau einen einzigen Punkt, wo Web 2.0 in hierarischen Strukturen Sinn ergibt: Fachwissen wabert schneller von A nach B, denn mit den neuen Tools macht der Wissensaustausch einfach mehr Spaß. Kleiner Haken: Das Wissen wabert zwar schneller von A nach B, damit aber auch schnell mal zum Mitbewerber C.

Fazit: Web 2.0 taugt nicht für Unternehmen, jedenfalls nicht für Firmen in ihrer derzeitigen Struktur. Diese Strukturen lösen sich zwar gerade auf. Wir wandeln uns in eine Gesellschaft ohne feste Arbeitsverhältnisse. Jobs werden zu Projekten. Projektnehmer sind lose Verbände von Freiberuflern, die das Web 2.0 und natürlich auch alle Google-Anwendungen nutzen (Die Schlacht, die Google verliert). Zu diesen Verbänden muss ein CIO Schnittstellen schaffen. Aber er muss nicht das Web 2.0 im Intranet nachbauen.

Viel Spaß beim Lesen! Und hier geht's zum aktuellen Heft.

P.S.
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