Die Performance steigt

Was Six Sigma und Business Process Management zusammen leisten

15. September 2009
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Erst jedes achte Unternehmen kombiniert die Methoden Six Sigma und Business Process Management. Diese Firmen steigern nicht nur die Prozess-Qualität, sondern auch die Umsatzrendite. Außerdem verringern sie Kosten und Fehler.
Umsatzrenditen von Unternehmen, die nur BPM oder Six Sigma anwenden, im Vergleich zu denen, die beide Methoden kombinieren laut der FH Koblenz.
Umsatzrenditen von Unternehmen, die nur BPM oder Six Sigma anwenden, im Vergleich zu denen, die beide Methoden kombinieren laut der FH Koblenz.

41 Prozent der Unternehmen, die die Management-Methode Six Sigma mit Business Process Management (BPM) kombinieren, erzielen Umsatzrenditen zwischen zehn bis zwanzig Prozent. Unter den anderen ist es nur jede vierte Firma. Das geht aus einer Studie hervor, die der Fachbereich Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Koblenz durchgeführt hat. Ziel war es, Einsatz und Wirkung von Six Sigma und BPM zu untersuchen.

Die Wissenschaftler führen die bessere Performance der Anwender auf diese Methoden zurück. Dazu der Studienleiter, Professor Ayelt Komus: "Es ist mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 88 Prozent anzunehmen, dass der Zusammenhang zwischen Umsatzrendite und der kombinierten Anwendung von BPM und Six Sigma auf die Grundgesamtheit übertragbar ist."

Komus’ Team hat 352 Unternehmen befragt. 62 Prozent arbeiten mit BPM, 34 Prozent mit Six Sigma. Die Forscher interessierten sich insbesondere für die Firmen, die beide Methoden kombinieren. Das sind zwar nur knapp zwölf Prozent aller Befragten, aber deren Erfahrungen lassen allgemeingültige Schlüsse zu.

Die BPM/Six Sigma-Anwender wurden gefragt, wie sich die Performance seit der Einführung der Methoden verändert hat. Sie nannten kürzere Durchlaufzeiten (57 Prozent der Nennungen), verbesserte Prozess-Qualität (56 Prozent), sinkende Prozesskosten (50 Prozent) und weniger Fehler (47 Prozent) sowie flexiblere Prozesse (43 Prozent). Einige wenige Unternehmen berichten allerdings von Verschlechterungen in diesen Bereichen. Die Nennungen bleiben jedoch zwischen einem und fünf Prozent.