De-Cix

Was tun Geheimdienste am Frankfurter Internetknoten?

26. Juni 2014
Der Internet-Knotenpunkt De-Cix in Frankfurt ist der größte Datenaustauschpunkt der Welt. Diese Datenströme interessieren auch die Geheimdienste. Der deutsche Bundesnachrichtendienst greift dort ganz legal Daten ab. Er leitete die Rohdaten laut einem Bericht von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR eine Zeit lang direkt an den umstrittenen amerikanischen Geheimdienst NSA weiter.

Was passiert am De-Cix?

An dem Knotenpunkt in Frankfurt am Main kommen die Datenströme der Internetanbieter und Unternehmen zusammen. Dort werden sie auf dem Weg zu ihren jeweiligen Zieladressen weitergeleitet. Mehr als 600 Unternehmen schicken dort nach Angaben des Betreibers Daten hin und her. Die Firmen betreiben teils eigene Rechenzentren, die sie in der Nähe des Knotens aufgebaut und verkabelt haben.

Wie viele Daten laufen über den Frankfurter Knoten?

Der De-Cix ist der weltweit größte Datenumschlagplatz. Zu Spitzenzeiten schleust der Netzknoten mehr als 3,2 Terabit Daten pro Sekunde durch. 1000 Glasfaserkabel laufen hier zusammen.

Dürfen Geheimdienste dort Daten abgreifen?

Die Betreiber des De-Cix haben bisher kategorisch ausgeschlossen, dass ausländische Geheimdienste Zugriff auf den Datenverkehr an dem Internetknoten haben. Das dazu nötige Equipment würde den Betreibern auffallen, hieß es. Der deutsche Bundesnachrichtendienst darf die Datenströme allerdings überwachen. Das erlaubt dem Sinne nach unter anderem das G10-Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses. "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichten, dass der BND "vermutlich zwischen 2004 und 2007" Daten aus Frankfurt an die NSA weitergeleitet habe. (dpa/rs)

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