Buchvorstellung

Was tun, wenn kein Headhunter anruft?

24. Juni 2013
Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Sie sind bereit für den nächsten Karriereschritt, aber kein Headhunter ruft Sie an? Vielleicht sind Sie unsichtbar. Das Buch "Karriereturbo Headhunter" verrät, wie man mit Personalberatern zum Traumjob findet.

Sie sind bereit für den nächsten Karriereschritt, aber kein Headhunter ruft Sie an? Vielleicht sind Sie unsichtbar. Das Buch "Karriereturbo Headhunter" verrät, wie man mit Personalberatern zum Traumjob findet.

Der Headhunter ruft immer dann an, wenn es nicht passt. Wenn er überhaupt anruft.
Der Headhunter ruft immer dann an, wenn es nicht passt. Wenn er überhaupt anruft.

Wer einen neuen Job anstrebt, muss sich nicht unbedingt ständig auf Stellenausschreibungen bewerben – bei höheren Positionen wird ohnehin nicht ausgeschrieben – oder nervös Bekannte aus anderen Firmen anrufen. Lassen Sie den Personalberater die Arbeit machen. Wie dessen Job funktioniert, beschreibt Viktoria Balensiefen, die selbst Headhunterin ist, in ihrem Buch "Karriereturbo Headhunter".

Offenbar gehen viele Bewerber falsch mit Headhuntern um, wie die acht Erfolgsregeln von Viktoria Balensiefen in ihrem Buch gleich auf Seite zwei vermuten lassen. Denn da heißt es als Ratschlag und offenkundiges Anliegen der Autorin: "Sie reagieren freundlich, wenn ein Headhunter Sie anruft."

Patzige Gegenfragen wie "Woher haben Sie meine Durchwahl?" solle man vermeiden, rät die Autorin. Viel besser kämen pfiffige Antworten an, meint sie und nennt ein Beispiel: Eine Kandidatin, die gerade mit ihrem Chef unterwegs war, habe einmal gesagt: "Ach, super, Sie rufen wegen der Wohnung an. Ich bin jetzt gerade auf der CeBit, morgen bin ich aber zurück. Lassen Sie uns doch einfach morgen Abend nach 18 Uhr weitersprechen." Solche Reaktionen stoßen einerseits bei Headhuntern auf viel Gegenliebe und wecken andererseits nicht den Argwohn der Kollegen, wenn das Telefon während de Arbeitszeit klingelt. Denn eins ist klar: Der Headhunter ruft immer dann an, wenn es nicht passt.

In acht Kapiteln auf den für die "Beck Kompakt"-Reihe üblichen 125 Seiten erklärt die Autorin, was den Job ausmacht und wie man sich einem Headhunter gegenüber verhält: Zuallererst rät sie Wechselwilligen dazu, sich "sichtbar" zu machen. "Das heißt, raus auf die Bühne und ab ins Scheinwerferlicht", schreibt sie. Damit sind Fachartikel, Social Media und Jobportale gemeint, auf denen man aktiv werden müsse. Ein Kandidat muss dem Personalberater auch die Chance geben, ihn zu finden. Wie das auf Karriere-Seiten am besten funktioniert, haben wir hier zusammengestellt:

Das große Geheimnis der Personalberater, die für Unternehmen passende Kandidaten suchen, verrät Balensiefen auch: Vor allem bei höher dotierten Stellen engagieren Firmen Headhunter. Einerseits sei eine Anzeige teuer – die Kosten der Personalberatung lässt Balensiefen unter den Tisch fallen-, anderseits bewerben sich auf stark spezialisierte Stellen nur wenige oder die falschen. Schließlich soll die Personalabteilung sich nicht wochenlang durch Bewerbungen quälen müssen: "Andersherum kann es ein Unternehmen auch regelrecht blockieren (und auch sehr hohe Kosten verursachen), wenn sich zuviele Menschen bewerben", schreibt Balensiefen. Ganz wichtig: Nur, weil ein Unternehmen per Headhunter sucht, ist deswegen die Stelle nicht schlechter.

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