Umfrage der Jobbörse Stepstone

Weiterbildung kaum gefragt

18.07.2007
Von Nina Gut
Weiterbildung ist in Deutschland kaum gefragt. Nur jedes dritte Unternehmen bietet berufliche Fortbildungen an. Das ergab eine aktuelle Umfrage der europäischen Jobbörse Stepstone.
Weiterbildung ist in Deutschland kaum gefragt.
Weiterbildung ist in Deutschland kaum gefragt.

35 Prozent der Unternehmen hierzulande bieten "eher selten", 32 Prozent gar keine personalen Fortbildungen an. Im internationalen Vergleich ist die Bereitschaft, die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden, sogar noch geringer. Nur 27 Prozent der europäischen User, die sich an der Umfrage beteiligten, gaben an, dass es in ihrer Firma regelmäßig Fortbildungen gibt. 32 Prozent sagten, dass sie manchmal an Fortbildungen teilnehmen. 41 Prozent verneinten ganz.

Schlusslicht ist Italien, wo nur 23 Prozent der Arbeitnehmer in den Genuss von Weiterbildungen kommen, während 77 Prozent der Unternehmen gar keine oder nur selten Fortbildungen bewilligen. Auch in Dänemark, Schweden und den Niederlanden bieten über 75 Prozent der Firmen keine Weiterqualifikationen an.

"Qualifizierte Weiterbildung ist natürlich immer ein Kostenfaktor für die Unternehmen", sagt Wolfgang Bruhn, Vorstand der Stepstone Deutschland AG. "Trotzdem ist die berufsbegleitende Weiterentwicklung der Mitarbeiter von großer Bedeutung. Denn: Die Qualifikation der Mitarbeiter bestimmt letztlich die Qualität der betrieblichen Leistung. Daher sind wir erstaunt, dass zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland offensichtlich auf die Nutzung solcher Möglichkeiten verzichten und so ein erhebliches betriebswirtschaftliches Potenzial verschenken.“

Bei den älteren Arbeitnehmern sieht es besonders schlecht aus. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ermittelte für 2003 unter den 55- bis 64-Jährigen eine Weiterbildungsquote von neun Prozent. Um gegenzusteuern, kann die Bundesagentur für Arbeit seit dem 1. Mai 2007 die Weiterbildungskosten für Festangestellte übernehmen, wenn das Unternehmen höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigt. Die neue Regelung ist Teil der "Initiative 50 plus" des Ministeriums.

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