Grenzen nicht überschreiten

Welche Gründe für eine Kündigung reichen

14. Dezember 2011
Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Fenimore v. Bredow stellt die wichtigsten rechtlichen Regelungen zur Arbeitnehmer-Erkrankung vor.
Wann stellt Blaumachen oder häufiges Krankfeiern" einen Kündigungsgrund dar?
Wann stellt Blaumachen oder häufiges Krankfeiern" einen Kündigungsgrund dar?
Foto: Peter Atkins - Fotolia.com

Welcher Arbeitgeber ärgert sich nicht darüber? Besonders montags oder an Werktagen nach einem Feiertag bleiben überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer der Arbeit fern - häufig immer dieselben und nicht selten auch noch mit ärztlicher Bescheinigung. Aber wann ist die Grenze überschritten, dass Blaumachen oder häufiges Krankfeiern" einen Kündigungsgrund darstellt?

Aufgrund des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFzG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, während einer Erkrankung des Arbeitnehmers diesem für eine Dauer von bis zu 6 Wochen die vereinbarte Vergütung weiter zu bezahlen, obwohl dieser aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage ist, die vertraglich geschuldete Arbeitskraft zu erbringen. Auch wenn diese Regelung noch nicht in den ersten vier Wochen eines Arbeitsverhältnisses gilt, so kann diese Verpflichtung danach für den Arbeitgeber schnell sehr teuer werden.

Allerdings sind Arbeitnehmer selten immer gleich sechs Wochen am Stück erkrankt. Meist fehlen sie mal hier ein bisschen, mal dort ein bisschen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet fällt dann aber auf, dass die Fehltage gehäuft vor oder nach einem Wochenende, an sog. Brückentagen oder gar gegen Ende des Erholungsurlaubs auftreten. Schnell liegt der Verdacht nahe, dass seitens des betreffenden Arbeitnehmers ein steuernder Einfluss auf den Grund und die Lage des Krankheitstages genommen wird. Wie kann der Arbeitgeber in einer solchen Situation reagieren? Welche Pflichten treffen den Arbeitnehmer im Falle seiner Erkrankung?