Fachkräftemangel

Welche Nebenleistungen Firmen bieten

13. September 2011
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Neben Dienstwagen, Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitszeiten spielt die Gesundheitsvorsorge eine immer größere Rolle, wie eine Studie von Aon-Hewitt zeigt.

Die Gesamtvergütung deutscher Arbeitnehmer besteht heute zu 14 Prozent aus freiwilligen Nebenleistungen, sogenannten Fringe Benefits. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der HR-Beratung Aon Hewitt, an der 57 Unternehmen teilnahmen. Unter solchen freiwilligen Nebenleistungen versteht man zum Beispiel Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, Kantinenessen oder flexible Arbeitszeiten. Die Studienautoren erklären sich diesen Anteil von 14 Prozent an der Gesamtvergütung so, dass sich Talenteknappheit und das steigende Durchschnittsalter der Angestellten in den Vergütungssystemen von Unternehmen niederschlagen. "Richtig gestaltet und kommuniziert sind Fringe Benefits ein entscheidender Faktor in der Talentrekrutierung und -bindung, ebenso wie in der Steigerung der Attraktivität für Mitarbeiter", heißt es in der Studie.

Am häufigsten wahrgenommene Nebenleistungen: Firmenwagen, Parkmöglichkeit und Kantine.
Am häufigsten wahrgenommene Nebenleistungen: Firmenwagen, Parkmöglichkeit und Kantine.
Foto: BMW AG

Eine häufig angebotene freiwillige Nebenleistung sind Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. 94 Prozent der befragten Unternehmen bieten ihren Angestellten Gesundheitsvorsorgeprogramme oder medizinische Betreuung an. In drei von vier Firmen gibt es einen Betriebsarzt. Das Angebot für die Angestellten reicht von Grippeimpfungen (84 Prozent) und Vorsorgeuntersuchungen (52 Prozent) bis zu medizinischen Betreuungsleistungen wie Raucherentwöhnung (48 Prozent) und Ernährungsberatung (42 Prozent).

45 Prozent der befragten HR-Experten gehen davon aus, dass die freiwillige Nebenleistung der Gesundheitsvorsorge weiter an Bedeutung gewinnen wird. 39 Prozent erwarten das von der Altersvorsorge, 23 Prozent von der Work-Life-Balance. Work-Life-Balance taucht damit zum ersten Mal im Ranking der freiwilligen Nebenleistungen auf, das Aon Hewitt bereits 2009 durchgeführt hat. An vierter und fünfter Stelle stehen im aktuellen Ranking Kinderbetreuung (19 Prozent) und flexible Arbeitszeiten (16 Prozent), die nach Meinung der HR-Abteilungen zukünftig wichtiger werden.

Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuung

Tatsächlich existieren in 85 Prozent der befragten Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle. Kinderbetreuung bieten 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an. 82 Prozent der Arbeitgeber bieten ihren Angestellten im Krankheitsfall eine Gehaltsfortzahlung über die gesetzliche Regelung hinaus an, 91 Prozent der Firmen investieren in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Jedes der an der Studie beteiligten Unternehmen verfügt über Dienstwagen.