Studie an der University of California

Weltweiter Datenberg wächst bis Alpha Centauri

14. April 2011
Von Christa Manta
US-Forscher haben berechnet, wie viele Daten Unternehmensserver weltweit verarbeiten und in ihrer Vorstellung zu einem unvorstellbar hohen Datenberg aufgetürmt. Im Jahr 2024 soll dieser sogar aus unserem Sternensystem hinauswachsen
Die drei Studienatuoren Roger Bohn, James E. Short und Chaitanya K. Baru Global Information Industry Center der University of California.
Die drei Studienatuoren Roger Bohn, James E. Short und Chaitanya K. Baru Global Information Industry Center der University of California.
Foto: UCSD: Global Information Industry Center

9.570.000.000.000.000.000.000 Bytes oder 9,57 Zettabyte Daten verarbeiteten die Enterprise-Server dieser Welt im Jahr 2008, wobei Zetta für eine Trilliarde steht. Und weil diese Zahl mit den 22 Stellen so schwer vorstellbar ist, wählten die drei Wissenschaftler vom Global Information Industry Center der University of California in San Diego (UCSD) eine Methode sie darzustellen, an der Gutenberg und Galileo ihre Freude gehabt hätten: Übersetzt man die digitale Information in Bücher mit einer Dicke von rund 4,8 Zentimetern, könnte man daraus einen 5,6 Milliarden Meilen hohen Bücherberg stapeln. Oder zwanzig Büchertürme von der Erde bis zum Neptun errichten.

Gelesen und verarbeitet haben diese enorme Menge an Informationen rund 27 Millionen Server auf der ganzen Welt, berichten die Forscher in ihrem Paper "How much information? 2010 Report on Enterprise Server Information".

2024 reicht der Bücherstapel bis Alpha Centauri

Foto: UCSD: Global Information Industry Center

Den Datendurchsatz von Enterprise-Servern zu schätzen, ist ein kompliziertes Unterfangen. Die Wissenschaftler haben hierfür eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen und Informationen zusammengetragen und ausgewertet, zum Beispiel Statistiken der Server-Industrie, Interviews mit IT-Experten und Verkaufszahlen von Serverherstellern. Die Methoden für Kalkulation und Schätzung erläutern sie in einem separaten Hintergrundpapier.

Auf Grundlage der zusammengetragenen Daten prognostizieren die Forscher auch, dass sich der Workload der Server etwa alle zwei Jahre verdoppelt. Denkt man den virtuellen Bücherstapel weiter, würde er bis zum Jahr 2024 unser Sonnensystem verlassen und bis zum 4,37 Lichtjahre entfernten Sternsystem Alpha Centauri reichen.