Hürden bei der Integration von mobilen Endgeräten

Wenig Einheit bei der Datensynchronisation

20. Juni 2006
Von Alex Wolschann/CW.at
Wer mobile Endgeräte an die im Unternehmen eingesetzte Groupware-Lösung anbinden will, kommt an SyncML nicht vorbei. Dieses ursprünglich unter Federführung von Ericsson, IBM, Lotus, Motorola, Nokia, Palm, Psion und Starfish Software entwickelte und inzwischen unter dem Dach der Open Mobile Alliance (OMA) gepflegte Protokoll hat zum Ziel, die Synchronisierung von Daten zwischen Netzwerk und mobilem Endgerät über eine gemeinsame, einheitlich definierte Schnittstelle zu ermöglichen. Damit räumt es - zumindest theoretisch - eine der größten Hürden bei der Integration mobiler Endgeräte aus dem Weg.

In der Praxis sieht es hingegen so aus, dass nur ein kleiner Teil der im Einsatz befindlichen Groupware-Lösungen SyncML von Haus aus unterstützen. Weder Lotus Domino noch Novell Groupwise oder die älteren Versionen von MicrosoftMicrosoft Exchange sind für die Zusammenarbeit mit mobilen Endgeräten ausgelegt. Lediglich Exchange Server 2003 bietet mit "Active Sync" die Möglichkeit, zumindest mit passendem Windows Mobile-Client versehene SmartphonesSmartphones und PDAs in die Groupware-Funktionen einzubinden. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Durch die Versäumnis der Hersteller hat sich ein Markt für Drittanbieter entwickelt, der mittlerweile von einigen wenigen Playern besetzt ist, die SyncML implementiert haben. An vorderster Front steht hier Research in Motion (RIM) mit seinen Blackberry-Produkten. Handy-Anbieter Nokia wiederum fährt zweigleisig und bietet einerseits Blackberry-Connectivity für die Business-Phones 9300 Smartphone und 9500 Communicator an sowie andererseits die hauseigene Lösung Nokia Business Center, die ein breiteres Portfolio an Nokia-Handys unterstützt.

Technisch kaum Unterschiede

Das grundlegende Verfahren zur Anbindung der mobilen Endgeräte ähnelt sich bei allen Angeboten. In der Regel laufen die einzelnen Produkte auf einem eigenen Server. Er bezieht die bereitzustellenden Daten vom Server der jeweiligen Groupware. Dazu sind auf diesem spezielle Plugins zu installieren, die für den Datenaustausch zwischen Groupware-Server und dem Server für die Mobilgeräte sorgen.

Der Synchronisations-Server selbst kommuniziert über eine Web-Schnittstelle mit den Endgeräten. Dabei werden sowohl normale Verbindungen per HTTP wie auch verschlüsselte Übertragungen per HTTPS unterstützt. Optional sorgt eine Datenkompression für die Reduzierung der zu übertragenden Datenmenge. Waren es bis vor kurzem meist ausschließlich E-Mails, die sich auf diesem Weg zwischen Smartphone und Groupware übertragen ließen, bieten mittlerweile alle Lösungen einen nahezu vollständigen Datenabgleich an. Das heißt, dass sich neben der E-Mail auch Adressbücher, Kalendereinträge, Termine und Notizen synchronisieren lassen.