Beruf

Wenn der nächste Karriereschritt nicht kommt

15. März 2013
Von Miguel Zamorano
Viele Führungskräfte warten auf den nächsten Sprung nach oben. Doch viele warten vergebens. Eine Studie zeigt: Nur wenige finden im Unternehmen eine höhere Position, potenzielle Manager sind ihrer Firma zu treu.

Der Manager befand sich kurz vor dem nächsten Karriereschritt. Aus Gesprächen mit seinem Vorgesetzten glaubte er klare Anzeichen dafür heraus zu deuten. Als er schließlich aus dem Flurtalk entnahm, er sei der geeignete Kandidat für die nächsthöhere Stelle, war er sich seines Aufstiegs sicher. Prompt bat er seine Sekretärin nach Möbelkatalogen. Das neue Büro sollte schließlich mit den passenden Sessel und Schreibtisch bestückt sein. Der Manager legte sich ins Zeug - und studierte akribisch die verschiedenen Entwürfe für das neue Arbeitszimmer. Spät in der Nacht leuchteten noch die Lampen in seinem Büro.

Der Alltag vieler Manager entspricht nicht dieser Szene, die aus einer Kurzgeschichtensammlung des Schweizer Schriftstellers Martin Suter stammt. Stattdessen sitzen viele Führungskräfte am Schreibtisch und suchen eine Antwort auf die Frage: Wohin soll es mit meiner KarriereKarriere gehen? Alles zu Karriere auf CIO.de

Einer Umfrage des Kölner Beratungsunternehmen für Führungskräfte Galileo.Insitut fehlt es der Mehrheit der Manager und Leistungsträger in deutschen Unternehmen nach einer beruflichen Perspektive. 64 Prozent der befragten Manager gaben diesbezüglich an, keine Klarheit darüber zu haben.

Der Wunsch nach einem Karriereaufstieg und nach mehr Souveränität über die eigene Rolle im Unternehmen wird von entsprechend 48,4 Prozent und 43,8 Prozent der Befragten angegeben. "Gerade die besten Leistungsträger eines Unternehmens versäumen es oft, sich über die persönlichen Karriereziele Gedanken zu machen", sagt Gudrun Happich, die für Galileo Führungskräfte coacht. Die Folgen: 42 Prozent der Befragten hätten der Umfrage zufolge keinen Spaß mehr bei der Arbeit.