Fernsehserie Polizeiruf 110

Wenn Hacker das große Geschäft wittern

05. November 2014
Eine Bombe in einem Supermarkt, ein toter Wachmann und ein Millionenraub bringen die Magdeburger "Polizeiruf 110"-Ermittler in ihrem neuen Fall auf die Spur junger Hacker.

In einem geschlossenen Supermarkt geht eine Bombe hoch. Ein anonymer Anrufer bekennt sich dazu - und er will weitermachen. Alle 30 Minuten soll es in den anderen Standorten der Supermarktkette knallen, was die Magdeburger Polizei in einen Ausnahmezustand versetzt. Und während alle Kräfte hektisch die 16 Filialen sichern, stirbt auf dem Hafengelände ein Wachmann. Sein Schädel wird zertrümmert und 12 000 SmartphonesSmartphones bei Nacht aus einem Container gestohlen. Drei Millionen Euro sind sie wert - fette Beute für die Täter. Für Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Jochen Drexler (Sylvester Groth) hängt das alles zusammen. Nur wie? Im "Polizeiruf 110 - Eine mörderische Idee" machen sie sich am Sonntag (20.15 Uhr) auf die Suche nach Beweisen. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Doch bis ihre vage Theorie zur unerschütterlichen Erkenntnis reift, dass die Explosion und der vermeintliche Bekenneranruf nur ein Ablenkungsmanöver für den Coup im Hafen waren, nehmen sich die Kommissare getrennt den beiden Fällen an. Brasch kümmert sich um den toten Wachmann Jens Schidlowski. Er ist erst seit kurzem beim Hafen beschäftigt und dazu auch noch vorbestraft. Hat er gemeinsame Sache mit den Tätern gemacht und wurde als Mitwisser beseitigt? Drexler ermittelt derweil im zerstörten Supermarkt. Dort wurden die Kameraaufzeichnungen manipuliert - genau wie am Hafen. Eine erste, entscheidende Parallelität. Auch beim Containerstandort im Hafen wurde computerseitig nachgeholfen.

Und weil Manipulationen von teurer Technik nicht nur sehr verdächtig, sondern auch sehr, sehr aufwendig sind, wird ein Computerspezialist ins Team geholt. Ein Asiate, so viel Klischee erlauben sich die Drehbuchautoren Stephan Brüggenthies, Olaf Kaiser und Stephan Rick. Letzterer führte auch Regie. Der Computerfreak namens Kim haut in die Tastatur seines Laptops, hackt sich hier und dort hinein und hat bald eine Spur: Sie führt in die Magdeburger Universität. Offenbar nutzten der oder die Täter eine Sicherheitslücke des Uni-Servers und installierten einen Trojaner für listige Hackerangriffe. Da liegt es nahe, die Verdächtigen gleich im dortigen Informatik-Institut zu vermuten.

Einfach machen es die stoischen Nerds dem ewig manteltragenden Drexler und der ewig motorradfahrenden Brasch nicht. Witterten die jungen Hacker etwa das große Geschäft? Und was weiß der Professor? Man mauert. Beweise? Fehlanzeige. Und dann müssen irgendwie noch ein Ex-Hafen-Praktikant und BWL-Student (Pit Bukowski), ein Spediteur (Oliver Korittke) mit Verhältnis zur Hafenchefin (Judith Rosmair) und eine Tochter aus gutem Hause (Laura Berlin), die nicht nur ein Boot, sondern auch Kontakte zum Kreis der Informatikstudenten besitzt, ins Puzzle passen, in dem es mittlerweile eine zweite Leiche gibt. Und das Computersystem der Polizei ist natürlich auch längst gehackt. Keine Überraschung.

Als dann plötzlich die Smartphones wieder auftauchen, kommentiert es der herrlich introvertierte Drexler mit den Worten: "Wir müssen umdenken, Brasch." Da hat er noch keine Ahnung, dass er wenig später ins Lebensgefahr gerät. Höchste Zeit zum Umdenken.

"Polizeiruf 110 - Eine mörderische Idee" ist ein gelungener Vertreter des Krimi-Genre. Solide konzipiert und solide gespielt. Leider ist das äußerst unterhaltsame, verbale Säbelrasseln des ungleichen Ermittlerduos aus den ersten zwei Folgen fast verschwunden. Man versucht sich in Harmonie, wenn auch etwas holprig. Auf Drexlers Frage "Wie geht es ihrem Sohn?" kann Brasch nur antworten: "Wie geht es ihrer Tochter?" Und es gibt erste Zugeständnisse an den anderen. Drexler schenkt seiner Kollegin ein altes Handy. Zehn Euro hat er dafür bezahlt. "Ein Geschenk", fragt eine verdatterte und schmunzelnde Kommissarin. "Ich will sie einfach erreichen können", kommentiert Drexler den Kauf.

Im Oktober 2013 lockte die Premiere der Magdeburger Kommissare 8,59 Millionen Menschen vor den Bildschirm. Bei der zweiten Episode am 6. Juli brachen die Quoten ein - nur 5,99 Millionen Zuschauer sahen zu. Mit dieser Folge möchte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) an den Erfolg des Erstlingswerks anknüpfen. (dpa/rs)

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