Fachkräfte-Mangel befürchtet

Wenn IT-Wissen in Rente geht

21. Februar 2005
Von Ingo Butters
Die Generation der Baby-Boomer geht dem Pensionsalter entgegen. In den USA fürchtet deshalb jeder fünfte Personalchef, dass erfahrene IT-Kräfte knapp werden könnten. Das hat eine Deloitte-Befragung ergeben. Um den Nachwuchsmangel zu begegnen, müssten Firmen ihr Talent-Management verbessern.

Firmen fürchten den Aderlass an IT-Know-how

Es braut sich etwas zusammen. Innerhalb von drei Jahren, werden Unternehmen weltweit die unangenehmen Auswirkungen des Zusammenspiels demografischer und sozialer Trends zu spüren bekommen.

Problem Nummer eins: Die Baby-Boomer-Generation kommt ins Rentenalter. Ein Drittel der befragten US-Unternehmen erwartet, dass sich bis 2008 elf und mehr Prozent ihrer Belegschaft in den Ruhestand verabschieden.

Besonders betroffen von der Entwicklung sind Deloitte zufolge die Branchen Life Sciences, Energieversorger und der öffentlicher Sektor. Zwischen 15 und 20 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, dass dieser Trend zu einem Mangel an erfahrenen IT-Fachkräften führen wird.

So klagen schon heute 44 Prozent der befragten Personaler, dass sie Schwierigkeiten hätten, erfahrene IT-Führungskräfte zu rekrutieren. Für 2010 erwarten mehr als zwei Drittel (63 Prozent), dass die Nachfrage nach IT-Senior-Managern das Angebot übersteigen wird.

Problem Nummer zwei: Der qualifizierte Nachwuchs fehlt. Vor allem in den Natur- und Ingenieurswissenschaften sinken die Absolventenzahlen seit Jahren. In Deutschland beispielsweise ist die Zahl der Nachwuchsingenieure in nur zehn Jahren um ein Drittel auf 36.000 gesunken. In China verlassen zehn Mal so viele Studenten die Universität mit einem Ingenieursdiplom.