Moderne Kommunikations-Mittel verleiten zu Ausreden

Wenn Manager lügen, ist das Handy schuld

02. Januar 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutschlands Manager sind beim Lügen top, behauptet die German Consulting Group in einer Studie. Und schuld sind die modernen Kommunikationsmittel, verleiten sie doch zu Ausreden. Deren beliebteste lautet, man habe das Klingeln nicht gehört.

Die Autoren der Studie bemühen sich um Diplomatie: 82 Prozent der Befragten seien davon überzeugt, dass durch BlackberryBlackberry, Handy und Mail "der Wahrheitsgehalt im Geschäftsleben deutlich gesunken" ist. Erfreulicherweise schiebt es keiner bloß auf die Anderen, geben doch 81 Prozent der Befragten zu, selbst "sehr häufig" oder "häufig" per SMS zu lügen. Damit gebührt dem Short Message Service der zweifelhafte Ruhm, die Nummer Eins im Dienst der Lüge zu sein. Alles zu Blackberry auf CIO.de

Boris Liffers, Geschäftsführer der German Consulting Group, probiert sich als Psychologe: "Da man per SMS oder Blackberry eine eher begrenzte Wortanzahl zur Verfügung hat, kommt einem auch die Lüge kleiner vor", sagt er.

Auf Platz zwei rangiert die E-Mail: Drei von vier Managern geben zu, häufig oder sehr häufig Unwahrheiten per Mail zu verschicken. Tipp für Empfänger, die am Inhalt einer Mail zweifeln: Erstmal auf den Absender gucken! Wurde die Nachricht von der Sekretärin verschickt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Lüge handelt, auf 48 Prozent - immerhin hat knapp jeder zweite Entscheider Skrupel, Unehrlichkeiten von der Assistentin tippen zu lassen.

Ein weiterer Rat: Wahrheitsfanatiker sollten lieber zum Hörer greifen als zur Maus. Am Telefon lügen schließlich "nur" 61 Prozent der Studienteilnehmer (beziehungsweise geben zu, das schon einmal getan zu haben).

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