Sicherheitstagung

Wenn Regierungen Hacker-Tools einsetzen

12. November 2010
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Die weltweite IT-Sicherheitslage wird unübersichtlicher. Gut und Böse sind nicht mehr klar zu unterscheiden, wie die Konferenz von Anbieter RSA deutlich machte.

Sicherheit, oder besser: "Security", das war das große Thema der Konferenz der "Security Divison of EMC", wie das US-Unternehmen RSA - 2006 vom Storage-, Virtualisierungs- und DMS-Anbieter EMC übernommen - genannt werden möchte. Dabei bauen Firmen, die für mehr Sicherheit sorgen wollen, zunächst gerne Unsicherheitsszenarien auf, um ihre Existenzberechtigung nachzuweisen. RSA meldete zu Beginn der Konferenz: Das diesjährige Vortragsprogramm mache deutlich, „dass Cyberkrieg, Cloud-Sicherheit, die Verbraucheremanzipation in der Unternehmens-IT und mobile Plattformen" die wichtigsten Herausforderungen der IT-Abteilungen im Jahr 2010 seien.

Das Konferenz-Logo. RSA wurde nach den Gründern Ronald L. Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman benannt.
Das Konferenz-Logo. RSA wurde nach den Gründern Ronald L. Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman benannt.
Foto: RSA Conference 2010

So stellte etwa Uri Rivner, der bei RSA den Titel "Head of New Technologies, Consumer Identity Protection", trägt, in seinem Vortrag für die Presse "Humans cannot be patched: the new face of Cybercrime" eindrucksvoll die Tätigkeit von Botnetz-Betreibern in der ganzen Welt dar. Insbesondere die Tätigkeit von BadB wurde gewürdigt. BadB, alias Wladislaw H., 27, gehörte laut seiner Häscher einer der "raffiniertesten Organisationen in der Welt der Online-Finanzkriminalität" an.

Über ihn und seine lukrative Tätigkeit weiß man deswegen so viel, weil er erst kürzlich in Nizza verhaftet wurde, wo er nun auf seine Auslieferung in die USA wartet. Er soll von Moskau aus unter anderem das Online-Forum "Carder Planet" gegründet und betrieben haben, in dem erstaunlich offen mit gestohlenen Kreditkartendaten gehandelt wurde. In liebevoll gezeichneten Cartoons auf seinen Websites machte BadB Werbung für seine kriminelle Tätigkeit; gleichzeitig verhöhnte er so aber auch seine Opfer.

Richard Clarke, Vorsitzender des Unternehmens Good Harbor Consulting, warnte vor „der neuen Hydra": Cyber Crime und Cyber War. Und auch Michael Chertoff, der von Februar 2005 bis Januar 2009 amtierende Heimatschutzminister der Vereinigten Staaten und Mitgründer der Chertoff Group, hatte am dritten Tag seinen großen Auftritt. Sein Unternehmen bietet Unternehmen und Regierungsstellen Dienstleistungen im Bereich Sicherheit und Risikomanagement an.

Teaserbild: Fotolia, H.-J. Roy

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