Feedback-Gespräch

Wenn Sie der Chef kritisiert

04.07.2017
Von Alenka Mladina
Die meisten Mitarbeiter können mit Lob besser umgehen als mit Kritik. Aber mal ehrlich: Kritik ist doch das, was Sie im Job weiterbringt. Mladina Alenka von Robert Half verrät, wie Sie lernen, mit der Kritik Ihres Vorgesetzten positiv umzugehen.
Lassen Sie sich nicht von Kritik herunterziehen, sondern wandeln Sie diese in einen Aktionsplan um.
Lassen Sie sich nicht von Kritik herunterziehen, sondern wandeln Sie diese in einen Aktionsplan um.
Foto: Photographee.eu - shutterstock.com

Ich gebe es zu: Auch ich freue mich nicht über negative Kritik. Aber wer tut das schon? Vielleicht wäre das auch zu viel erwartet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man lernen kann, damit richtig umzugehen und einen Nutzen zu ziehen.

Im Berufsleben lässt es sich kaum vermeiden, ab und zu auch Fehler zu machen - oft passieren diese sogar unbewusst. Eigentlich ist es dann eine gute Sache, wenn einen jemand darauf hinweist, zum Beispiel in einem Feedbackgespräch mit dem Chef. Ich habe mich im Kollegenkreis ein wenig umgehört und die wichtigsten Tipps für den Umgang mit negativer Kritik für Sie zusammengestellt.

1. Zuhören statt abblocken

Für viele Mitarbeiter ist es ein Reflex: Wenn sie im Job kritisiert werden, nehmen sie automatisch eine Abwehrhaltung ein - oder gehen sofort zum Gegenangriff über. Das ist zwar verständlich, aber weder im Privat- noch im Berufsleben eine erfolgversprechende Strategie. Viel produktiver ist es, seinem Gegenüber aufmerksam zuzuhören.

Deshalb gilt: Wenn Sie Ihr Chef zur Seite nimmt oder in einem offiziellen Feedbackgespräch kritisiert, lassen Sie ihn erst einmal ausreden. Denn schließlich hat er eine andere Perspektive auf Ihre Arbeit als Sie selbst und ihm fallen Dinge auf, die Sie womöglich nicht sehen. Unterbrechen Sie Ihren Chef daher nicht. Sind Sie nicht sicher, ob Sie die Kritikpunkte richtig verstanden haben, sollten Sie selbstverständlich nachhaken. Denken Sie daran: Das Ziel des Zuhörens ist, zu verstehen, wo der vermeintliche Fehler lag.

2. Bitten Sie um Bedenkzeit

Gerade bei Kritik in Feedbackgesprächen reagieren viele emotional. Empfehlenswert ist, nicht sofort auf Kritik zu reagieren. Zu dieser Faustregel gibt es nur zwei Ausnahmen: Sie schaffen es, absolut ruhig und rational zu bleiben oder Sie haben bereits mit der Kritik gerechnet und eine entsprechende Antwort vorbereitet.

Andernfalls ist es sinnvoller, wenn Sie dem Vorgesetzten für sein Feedback und die offene Kritik danken und um Bedenkzeit bitten. Das ist nur fair. Schließlich hatte Ihr Chef - im Gegensatz zu Ihnen - mehr Zeit, sich auf diesen Teil des Feedbackgesprächs vorzubereiten. Übrigens ist negatives Feedback auch keine leichte Aufgabe für Ihren Chef und je ruhiger und rationaler Sie reagieren, umso professioneller werden Sie wahrgenommen.

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