Methodik für Applikationswartung

Wer am lautesten schreit gewinnt

Alexander Müller-Herbst ist Partner und Geschäftsführer der Information Services Group Germany (ISG). Er leitet den Bereich TBM (Technology Business Management) und Analytics.
Bei der Software-Wartung gilt das Prinzip des Stärkeren. Eine systematische Budgetverteilung für Pflege und Wartung wäre sinnvoller. Wie eine Versicherung dafür eine Methodik umgesetzt hat, schildert Alexander Müller-Herbst von Compass in seiner Kolumne.
Alexander Müller-Herbst ist Geschäftsführer bei der Compass Deutschland GmbH.
Alexander Müller-Herbst ist Geschäftsführer bei der Compass Deutschland GmbH.
Foto: Information Services Group Germany GmbH

Ob ein Bankberater im Kundengespräch mit einem Klick alle notwendigen Informationen erhält oder erst einmal zehn verschiedene Bildschirmfenster öffnen muss, kann darüber entscheiden, ob der Kunde hinterher zufrieden ist oder vielleicht genervt geht. Die Anwendungen bestimmen das Ergebnis vieler Geschäftsprozesse. Wie effizient Mitarbeiter arbeiten können, hängt stark von der Qualität der Applikationen ab - je nach Branche bis zu 80 Prozent.

Die richtigen Investitionen in Anwendungen können unmittelbar Früchte bei Kosten und Produktivität bringen. Zudem werden Performanceprobleme oder Qualitätsmängel hier sofort wahrgenommen. Die Anwendungen sind der Teil der IT, der sowohl den Geschäftserfolg als auch die Nutzerzufriedenheit am meisten prägt.

Doch ausgerechnet dieser kritischste Bereich stellt hinsichtlich der kontinuierlichen Qualitätssicherung und der Investitionsentscheidungen die größte Herausforderung dar. Die verschiedenen IT-Disziplinen folgen nämlich einer unterschiedlichen Dynamik. In der Infrastruktur - Data Center, Desktop, Telekommunikation - werden durch den technologischen Wandel stetig neue Investitionszyklen angestoßen. Dieser externe Treiber sorgt dafür, dass immer wieder eine neue Generation von Geräten eingeführt und so die komplette Infrastruktur regelmäßig ausgetauscht wird. Produktivität und Effizienz werden hier durchschnittlich im Fünf-Jahres-Rhythmus optimiert.

Mehr die Hälfte des IT-Budgets für Anwendungen

In der Anwendungswelt hingegen fehlt die externe InnovationInnovation als Triebkraft. Zudem handelt es sich fast ausschließlich um Personalleistungen. Die Folge: Verteilten sich die IT-Budgets noch vor zehn Jahren zu 60 Prozent auf die Infrastruktur und zu 35 Prozent auf die Applikationen (der Rest war Overhead), ist der Anteil der Anwendungen ständig gestiegen und liegt heute - je nach Branche - teilweise schon über 50 Prozent. Alles zu Innovation auf CIO.de

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