Anbieter, Handel oder Kunden?

Wer bremst Mobile Payment in Deutschland aus?

18. November 2014
Head of Product and Innovation der cashcloud AG
Olaf Taupitz bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Prepaid-Branche aus dem Telekommunikations- und Zahlungssystem-Sektor mit. Er gründete und leitete eine Reihe von Projekten als Business Development Manager, Country Manager und Marketing Direktor im Bereich der Festnetz-Telekommunikation, Mobilfunk-Telekommunikation, MVNO und Prepaid-Karten. Es ist seine Leidenschaft, neue Produkte, Vertriebs- und Marketingaktivitäten zu gestalten und zum Erfolg zu führen. Er ist ein Digital Native und 24/7 für cashcloud engagiert.
Mehr als zwei Dutzend Anbieter in Deutschland versuchen derzeit Lösungen für das kontaktlose Zahlen am Checkout zu etablieren. Doch das ist ein mühsamer Prozess.

Deutschland geht gerne mit gutem Beispiel voran und gefällt sich in der Rolle als Vorreiter, Pionier oder Wegbereiter. In manchen Bereichen ist das Hochtechnologieland jedoch erstaunlich rückschrittlich. Beispiel Mobile Payment: Während in Entwicklungsländern das Bezahlen mit dem Handy boomt, gilt es hierzulande noch als exotische Zahlmethode. Doch woran liegt es, dass Mobile Payment noch nicht im Alltag der Deutschen angekommen ist? Wer ist verantwortlich für den schleppenden Ausbau und die stockende Entwicklung? Die Anbieter, der HandelHandel oder die Kunden? Top-Firmen der Branche Handel

Mehr als zwei Dutzend Anbieter in Deutschland versuchen derzeit Lösungen für das kontaktlose Zahlen am Checkout zu etablieren. Während die ersten Payment-Dienstleister bereits erfahren mussten, wie mühsam Handel und Kunden in Deutschland zu überzeugen sind, stehen die nächsten bereits in den Startlöchern. Dieses Gewimmel von Anbietern ist jedoch problematisch; besonders weil es bisher ausschließlich Insellösungen gibt und kein Unternehmen, das Standards setzt. Nahezu jeder Supermarkt oder Laden bietet derzeit andere Bezahlsysteme für das Handy.

Für die Kunden wirkt diese Unübersichtlichkeit abschreckend und die Wenigsten haben Interesse daran, sich gleich für zwei oder mehr Dienste zu registrieren. Für zusätzliche Verwirrung sorgen die verschiedenen technischen Ansätze der Anbieter: Cashcloud, Vodafone, T-Mobile und O2/Eplus setzen beispielsweise auf die NFC-Technologie (Near Field Communication); kesh, PayCash und Yapital auf QR-Codes. Die neue Funktechnologie BLE (Bluetooth Low Energy) wird unter anderem von AppleApple und PayPal favorisiert. Welche Technologie sich schlussendlich durchsetzen wird, steht noch in den Sternen und erschwert für viele Kunden zusätzlich den Einstieg in die Handyzahlung. Alles zu Apple auf CIO.de

Auch für den Handel sind die technischen Unwägbarkeiten ein Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung im Mobile Payment. Eine Um- oder Aufrüstung der Kassensysteme verursacht Kosten. Einmalig wären diese sicher zu verschmerzen. Doch kaum ein Händler wird das Risiko eingehen, auf eine Bezahllösung zu setzen, die ein halbes Jahr später schon überholt sein kann und abermals erneuert werden muss. Zudem wird befürchtet, dass die Kassen mit verschiedenen Bezahlterminals zugebaut werden und die Gebühren der Kreditkarten- und Mobiltelefonfirmen zu hoch sind.

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