Ungesunde Büroarbeit

Wer länger sitzt, ist früher tot

27. August 2014
Von Kerstin Dämon
Wer viel sitzt, bekommt nicht nur Rückenschmerzen - sondern stirbt auch früher. Da hilft nur eines: regelmäßig aufstehen.

Der amerikanische Journalist Dan Kois hat gestanden - einen ganzen Monat lang. Er stand bei der Arbeit, im Kino, beim Essen und wenn er seinen Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorlas. Die einzigen Gelegenheiten, zu denen er sich hinsetzte, waren: beim Autofahren und auf der Toilette - aus verständlichen Gründen.

Am ersten Tag seines Experiments saß er insgesamt nur 25 Minuten. Und der Monat des Stehens zahlte sich aus: Er verlor Gewicht, seine Rückenschmerzen und Verspannungen verschwanden, er fühlte sich produktiver und fitter. Allerdings taten ihm schon nach wenigen Stunden fürchterlich die Füße weh.

Mal ehrlich: Könnten Sie sich vorstellen, Ihr Leben überwiegend im Stehen zu verbringen? Wohl kaum.

25 Minuten Bewegung am Tag

Kein Wunder, denn wir sind Stehen nicht mehr gewohnt. Wir sitzen morgens am Frühstückstisch, später in der Bahn, im Bus oder im Stau. Anschließend sitzt die Mehrheit acht bis neun Stunden im Büro, an der Kasse oder in der Schule. Am Schreibtisch im Büro ist alles in Griffnähe angeordnet, Bewegungen begrenzen sich auf die Bedienung von Computer und Telefon. Im Durchschnitt sitzt jeder Erwachsene 11,5 Stunden täglich, bei Grundschulkindern sind es rund neun Stunden am Tag. Selbst die Besprechungen und das Mittagessen werden "ausgesessen".

Das Zentrum für GesundheitGesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) hat ermittelt, dass sich ein durchschnittlicher, gesunder Mann heute nur noch etwa 25 Minuten am Tag aktiv bewegt. Vor 100 Jahren waren es acht bis zehn Stunden am Tag. Dieser Bewegungsmangel hat Folgen: Er macht immer mehr Menschen körperlich und auch seelisch krank. Top-Firmen der Branche Gesundheit

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