Gehaltsgespräche richtig planen

"Wer seiner Firma treu bleibt, wird irgendwann schrecklich unterbezahlt"

29. August 2010
Von Alexander Zeuner
Wann ist der beste Zeitpunkt, mit dem Chef über mehr Gehalt zu sprechen? Was ist bei Leistungsprämien und bei Aktienoptionen zu beachten? Und welche Fehler sind auf alle Fälle zu vermeiden? Gehaltscoach Martin Wehrle gibt Tipps für den Gehaltspoker.

Die Wirtschaft boomt, und den Unternehmen geht es nach schwierigen Jahren wieder besser. Bei Tarifverhandlungen werden wieder höhere Ergebnisse erzielt. Wann, wenn nicht jetzt, ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Sicher ist es keine gute Ausgangssituation, wenn überall von Kürzungen, Entlassungen und Einsparungen gesprochen wird. Wenn man hingegen von FachkräftemangelFachkräftemangel hört und hohe Tarifabschlüsse erzielt werden, ist das Feld anders bestellt. Dann ist die Situation für eine Gehaltsforderung äußerst günstig. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

Das bedeutet, der Arbeitnehmer kann sich mit seinen Forderungen an der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens orientieren?

Absolut. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Man sollte nicht das tun, was alle tun. Wenn jeder auf seinen Chef zustürmt, kommt es zu einer Gegenreaktion. Wer raffiniert und seiner Zeit voraus ist, sichert sich so ein großes Stück vom Gehaltsetat.

Also so, wie es viele Führungskräfte auch in den Schwächejahren vorgezeigt haben?

Dieses Interview erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de
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Foto: manager-magazin.de

Natürlich wurde auch in dieser Zeit erfolgreich verhandelt. Aber das waren vor allem Leistungsträger, die knallhart beweisen konnten, dass eine Gehaltserhöhung keine Ausgabe, sondern eine Investition ist.

Wie entscheidend ist es, dem Chef oder der Chefin sympathisch zu sein?

Sicher ist auch eine gute Beziehung zum Vorgesetzten wichtig. Sie reicht aber nicht aus. Denn ein Chef weiß genau, welche seiner Mitarbeiter mit guter Arbeit zu seinem persönlichen Prämienerfolg beitragen - und welche nicht. Die Gehaltswünsche seiner Leistungsträger muss er also schon aus Eigeninteresse ernst nehmen.

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