Strategien


T-Systems, IBM, CSC & Co.

Wie 2012 für die IT-Dienstleister lief

20. Dezember 2012
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch „Niemand muss ins Heim“.

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Zwei widersprüchliche Trends prägten das Jahr: steigender Preisdruck und wachsende Umsätze. T-Systems, IBM, Accenture, CSC und Capgemini im Kurzcheck.
Dietmar Fink, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro am Tag gearbeitet."
Dietmar Fink, Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro am Tag gearbeitet."
Foto: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Käme die Zahl nicht aus berufenem Mund, man könnte sie kaum glauben. "Ich weiß von einem Projekt, da haben IT-Berater eines großen Anbieters für 250 Euro pro Tag gearbeitet", sagt Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dennoch wächst der Branchenumsatz kräftig. Laut Lünendonk GmbH steigerte er sich von 2010 auf 2011 um 11,3 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Zuwachs nicht ganz so hoch ausfallen, Prognosen aus dem Frühjahr sind nach unten korrigiert worden. Einen Stopp von Projekten gibt es jedoch nicht.

Ein Widerspruch sind Preisdruck und Wachstum nicht wirklich. Für den Druck gibt es drei Gründe. Erstens ist der Markt sehr reif, viele Anbieter können vieles sehr gut, für die Kunden gibt es immer weniger Anlass, eine Cloud-Lösung zum Beispiel unbedingt bei einem ganz bestimmten Anbieter zu kaufen statt irgendwo zum möglichst niedrigen Preis. Zweitens haben große Kunden in der Regel alle IT-Lösungen, die sie brauchen. Wenn sie heute investieren, dann, um zu verschlanken. Und "die Kunden haben begriffen, dass sie sich nicht in allen Prozessen vom Wettbewerb unterscheiden müssen, um im Markt erfolgreich zu sein", sagt Julia Reichhart, Principal Analyst bei PAC.

Außerdem fördern die IT-Dienstleister diesen Trend selbst, zum Beispiel beim Thema SAPSAP: "Einzelne Anbieter entwickeln für einen Kunden eine spezielle SAP-Lösung für ein Branchensegment oder für ein horizontales Thema, die dann replizierbar gemacht und weiteren Kunden zur Verfügung gestellt wird", so PAC in einer Untersuchung über den SAP-Anbietermarkt. Alles zu SAP auf CIO.de

Und noch ein Argument für niedrige Preise: Die Angebote mancher IT-Dienstleister sind bewusst niedrig, wohlwissend, dass das Geld mit nachträglichen Change Requests verdient wird. Besonders einer der großen Anbieter steht in dem Ruf, den Nachschlag intern schon zu Beginn mit hineinzurechnen - in der Hoffnung, dass ein Einkäufer entscheidet und nicht der CIO.