Studienwahl

Wie CIOs zur Informatik kamen

22. August 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Informatiker sind Mangelware: Sie stehen auf Platz zwei der am meisten gesuchten Fachkräfte mit Hochschulabschluss. Fünf IT-Verantwortliche verraten, warum sie sich damals für ein Informatikstudium entschieden haben.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IDW) gab seiner Engpassanalyse 2013 den Titel "Alarmstufe Rot". In 111 Berufsfeldern fehlen demnach qualifizierte Arbeitskräfte. Das heißt, es gibt kaum noch Bewerber für gemeldete offene Stellen. Besonders betroffen von den Engpässen ist der IT-Bereich.

Laut der Studie fehlen in 24 Berufen, die ein abgeschlossenes Studium voraussetzen, Bewerber. 19 dieser 24 Berufsgattungen zählen zum MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Informatiker mit akademischem Abschluss stehen in der Engpassanalyse auf Platz zwei der am meisten gesuchten Fachkräfte mit Hochschulabschluss. Dringender suchen Arbeitgeber nur nach Luft- und Raumfahrtingenieuren. Im Dezember 2012 gab es laut VDI fast 20.500 offene Stellen für Informatiker.

Wir haben uns unter CIOs umgehört, die ihre berufliche Laufbahn selbst einmal mit einem Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik begonnen haben. Dabei wollten wir von ihnen wissen, wie sie zum Informatikstudium gekommen sind. Fünf IT-Verantwortliche haben uns mehr dazu erzählt:

Peter Meyerhans, CIO bei Drees & Sommer

"Als ich es nach einer Ewigkeit (Monate) endlich schaffte, meinen CD-Player so zu programmieren, dass er auf einer CD nur meinen Lieblingstitel spielte, und ich nicht die ganze Scheibe durchspielen lassen musste, nur weil ich das letzte Stück hören wollte, war ich überzeugt, ich bin der geborene Informatiker!" Und so begann seine KarriereKarriere mit dem Studium zum Informatiker. Alles zu Karriere auf CIO.de

Jürgen Burger, CIO beim Logistikunternehmen Hellmann

Manchmal spielen Zufälle eine Rolle, wie bei Jürgen Burger. Er wollte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann eigentlich Volkswirtschaft studieren und erhielt einen Studienplatz - wie auch parallel einen Studienplatz für Informatik. "Es ist dann für die Volkswirtschaft in der Einschreibung an einer Formalie gescheitert, so dass ich mich zur Informatik eingeschrieben habe", erzählt der CIO. Es lief gut und er kam gut mit dem Thema zurecht, deshalb blieb er schließlich bei der Informatik.

"Ich habe mich sehr früh schon für Computer interessiert und über mein Elternhaus den dortigen Steuerberatungsbetrieb in die EDV-Welt geführt", so Burger. So hat er früh ein Interesse für VWL und Wirtschaftsinformatik entwickelt und mit IT-Themen sein erstes Geld als Schüler und Student verdient.

Klaus Vitt, CIO der Bundesagentur für Arbeit

Nach dem Abschluss seines Nachrichtentechnik-Studiums - mit einem Schwerpunkt im mathematischen Bereich - war Klaus Vitt weiterhin sehr an mathematischen Themen interessiert. "Folgerichtig studierte ich danach Mathematik im Hauptfach, Informatik im Nebenfach", erzählt er. Gegen Ende dieses Studiums wägte er die Karrierechancen der beiden Disziplinen ab - und kam zu einem klaren Ergebnis pro Informatik. "Dass diese Entscheidung richtig war, zeigte sich schnell: So hatte ich meine letzte mündliche Prüfung an einem Donnerstag und fing am nächsten Dienstag meinen ersten Job an. Seitdem war und bin ich immer im IT-Bereich beschäftigt und habe das nie bereut", sagt Vitt.

Matthias Mehrtens, CIO beim Reinigungsgerätehersteller Kärcher

Nach dem Abitur in Bremen 1987 zog Matthias Mehrtens zum Studium nach Paderborn. "Das Unternehmen Nixdorf hatte hier seinen Hauptsitz und zählte zu den bedeutendsten und innovativsten Computerherstellern in Europa", so Mehrtens. Und er ergänzt: "Ausschlaggebend für meine Studienrichtung war aber letztlich die Sympathie zur Wirtschaftsinformatik in einer der ersten Vorlesungen meines späteren Doktorvaters. Aus heutiger Sicht freue ich mich, dass die Leidenschaft bis heute anhält."

Niels Diekmann, CIO bei Bartscher

Wegen des hohen Anteils an theoretischer Mathematik hat Niels Diekmann sich gegen ein Informatikstudium entschieden. Vielmehr habe ihn nach seiner Ausbildung zum Organisationsprogrammierer auch die Nähe der Informatik zu den Themen des betrieblichen Alltags interessiert. "Daher habe ich mich für die Wirtschaftsinformatik als ‚Querschnittsfach‘ entschieden und die breite Streuung der Inhalte in die Teilgebiete Informatik, Betriebswirtschaft und den speziellen Methoden der Wirtschaftsinformatik vertraten meine Interessen bestmöglich", erzählt Diekmann.

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