Car-IT und die Folgen

Wie das vernetzte Auto auf den Markt braust

25. Juli 2013
Von Robert Marek
Die Autos der Zukunft werden mit ihrer Umwelt vernetzt sein. Welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Unternehmen der Automobilindustrie haben wird, ist dagegen noch ungewiss. Zwei wichtige Erkenntnisse: Neue Akteure betreten das Spielfeld und das Kundenmanagement wird sich erheblich wandeln.
Dr. Robert Marek ist Partner im Feld Customer Relationship Management (CRM) und Retail Business Management bei der Porsche-Tochter Mieschke Hofmann und Partner (MHP)
Dr. Robert Marek ist Partner im Feld Customer Relationship Management (CRM) und Retail Business Management bei der Porsche-Tochter Mieschke Hofmann und Partner (MHP)
Foto: MHP (Mieschke Hofmann und Partner)

Fragt man heute jüngere Fahrer, was sie von einem Auto erwarten, fallen die Antworten für Autoliebhaber älteren Semesters ernüchternd aus. Denn häufig stehen ganz oben auf der Wunschliste nicht etwa ein leistungsstarker Motor oder ein dynamisches Fahrwerk, sondern Infotainment-Technologien und Schnittstellen für mobile Endgeräte.

Hi-Fi-Systeme gehören seit langem zu jedem Wagen, Navis und Schnittstellen sind mittlerweile fast schon der Standard. Und auch multifunktionale Komponenten, die über das Internet verschiedenste Dienste abrufen können, finden sich in immer mehr Modellen. Laut einer Studie von Oliver Wyman aus dem vergangenen Jahr werden 2016 80 Prozent aller Neuwagen vernetzt sein.

So klar sich der Bedeutungszuwachs der Car-IT abzeichnet, so ungewiss ist bislang allerding noch, welche Auswirkungen das auf Hersteller und Händler haben wird. Um darauf Antworten zu finden, sind wir von einer zentralen Annahme ausgegangen: Mit der Vernetzung der Fahrzeuge öffnet sich das bislang mehr oder weniger fest geschlossene Eco-System Automobilwirtschaft.

Bislang hat ein Endkunde in der Regel ausschließlich Kontakt zu einem Vertragshändler und einer Vertragswerkstatt. Diese wiederum stehen im Austausch mit den Herstellern und deren Finanzdienstleistern. Schon für freie Werkstätten ist es kaum möglich, einen Fuß in die Tür zu bekommen - die Garantieregelungen verhindern das wirksam.