So führen Sie richtig

Führungsstile: Mitarbeitermotivation von heute

Sabine Thiemann ist Beraterin der Personalberatung Heidrick & Struggles. Sie ist unter anderem auf CIO-Positionen spezialisiert. Sie ist Beraterin im Münchner Büro von Heidrick & Struggles International und Mitglied der globalen Information & Technology Officers Practice sowie der Global Technology & Services Practice.
Die Geschäftswelt ist im Umbruch: digitale Transformation, eine nachrückende Generation Y und Z mit anderen Werten, ein von Volatilität, Ungewissheit, Komplexität und Ambivalenz (VUCA) geprägtes Unternehmensumfeld. Nie war ein kooperativer Führungsstil so wichtig wie heute.
So führen Sie richtig.
So führen Sie richtig.
Foto: Monkey Business Images - shutterstock.com

Die Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen der Arbeitswelt haben auf breiter Front dazu geführt, dass Manager heute das Thema "FührungFührung" auf eine neue Weise angehen und umsetzen müssen. Viel stärker als früher müssen Führungskräfte Mitarbeiter und Kollegen mitnehmen und deren Ansprüchen gerecht werden. Alles zu Führung auf CIO.de

Auch der enorme Druck seitens der Arbeitsmärkte zwingt zum Umdenken. Gute Mitarbeiter, die sich nicht eingebunden und Wert geschätzt fühlen, sind schnell weg. Der "War for Talents" hat längst begonnen und braucht mehr Sensibilität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit beim Führungsstil.

7 Ratschläge für moderne Führung

So führen Sie heute richtig:

  1. Der lange Zeit vorherrschende "Command & Control" Stil ist ein Auslaufmodell. Gute Leute wollen auf Augenhöhe und mit Respekt behandelt werden. Moderne Führungskräfte führen kollegial, ohne auf ihre Macht zu pochen, sie kommunizieren ihre Entscheidungen und binden ihr Team mit ein.

  2. Es ist die Aufgabe der Vorgesetzten, die Kultur des Unternehmens und seine Werte zu verkörpern und damit als Vorbild zu dienen. Die persönliche Haltung muss hierbei mit den Werten des Unternehmens in Einklang stehen. Nur so entsteht Glaubwürdigkeit und Authentizität und schafft Autorität und Gefolgschaft bei der Mannschaft. So nehmen gute Führungskräfte ihre Leute mit auf die Reise zu geschäftlichem Erfolg.

  3. Ein moderner Führungsstil schenkt Vertrauen und zwar im Vorfeld als Vorschuss. Verantwortung wird delegiert. Führungskräfte schätzen die Qualifikation und das Potenzial ihrer Mitarbeiter. Dazu gehört dann auch eine gewisse Toleranz bei Fehlern. Das Gegenteil, mit Druck zu führen und Fehler zu bestrafen, funktioniert heute nur noch begrenzt. Vertrauen schafft bei den Mitarbeitern Selbstvertrauen und Zuversicht.

  4. Moderne Führungskräfte sprechen die Generation Y und Z an, sie müssen also gleichzeitig auf die unterschiedlichen Bedürfnisse mehrerer Generationen eingehen. Sie funktionieren deshalb selbst digital und nutzen entsprechende Tools und Plattformen. Sie wissen, dass junge Leute nicht mehr nur über Geld und Aufstieg zu motivieren sind, sondern über Freude an der Arbeit und Begeisterung. Die Arbeit muss auch das Element "Sinn stiftend" abdecken, das stellt zwischen der Generation Y und Z und dem Unternehmen die nötige Identität her. Führungskräfte haben diesen Prozess zu moderieren.

  5. Auch wenn individuelle Leistung notwendig ist: Das Team ist heute viel wichtiger als früher. Dazu müssen Führungskräfte partnerschaftlich, nicht hierarchisch agieren. Sie müssen Teams aus Einzelpersonen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Charakteren, fachlichen Backgrounds und Nationalitäten zusammenstellen und effektiv führen. Dazu gehört auch, die Teammitglieder bei ihren Stärken abzuholen, auf diese zu fokussieren und Kollaboration untereinander zu fördern.

  6. Um als starke Führungsfigur wahrgenommen zu werden, bedarf es eines bestimmen "Mindsets": Moderne Manager besitzen den Willen zur Führung, aber weniger als "Boss", sondern vielmehr als Coach und Mentor. Sie wollen Talente entdecken und fördern. Dazu gehört aber auch immer noch die Fähigkeit, im Zweifel alleine Entscheidungen zu treffen. Wenn Dinge nicht funktionieren, gehört es auch zu einem offenen und partizipativen Führungsstil, harte Entscheidungen, etwa beim Personal, umzusetzen. Eine offene Kommunikation ist gerade in solchen Situation dann von besonderer Bedeutung.

  7. Gute Führungskräfte müssen Menschen mögen, sie müssen Interesse an ihren Mitarbeitern und deren Entwicklung besitzen. Sie wachsen selbst daran, wenn sie ihren Leuten bei der Karriere helfen. Zur Empathie gehört es auch, Erfolge im Team zu teilen. Wer Wertschätzung verteilt, wird selbst auch ein positives Feedback erhalten.

Ich beobachte, dass sich Manager heute viel mehr Gedanken machen als früher, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen und sich stärker an den formulierten Prinzipien orientieren. Hier ist ein Wandel im Gange, denn es sind gerade die besonders erfolgreichen Manager und Unternehmen, von denen der skizzierte Führungsstil zuerst praktiziert wird.