Studie: Erfahrungen bei der SOA-Einführung

Wie es nach dem Scheitern von SOA weiter geht

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wer Service-orientierte Architekturen (SOA) einführt, um die Fachabteilungen zu unterstützen, muss mit enttäuschenden Ergebnissen rechnen. So geht es zumindest einem Fünftel der deutschen CIOs.
Wie CIOs die Leistung ihrer SOA einschätzen.
Wie CIOs die Leistung ihrer SOA einschätzen.

Deutsche CIOs scheinen hartnäckiger zu sein als ihre internationalen Kollegen. Das lässt zumindest eine Studie des Marktforschers Techweb über die Erfahrungen mit Service-orientierten Architekturen (SOA) vermuten. Demnach fangen 57 Prozent der deutschen CIOs ein geflopptes SOA-Projekt wieder von vorn an. Im internationalen Durchschnitt wagen nur 41 Prozent einen Neustart. Die anderen lassen es bleiben und arbeiten wieder mit Legacys. Befragt wurden IT-Entscheider in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Australien.

Allerdings: Viele CIOs sind noch gar nicht so weit, dass sie vor dieser Frage stehen. In Deutschland stecken 31 Prozent der SOA-Projekte noch im Pilot-Status (Durchschnitt: 28 Prozent). 25 Prozent geben an, SOA sei unternehmensweit im Einsatz (Schnitt: 28 Prozent) und ebenfalls 25 Prozent erklären, die Service-orientierten Architekturen seien "Teil einer unternehmensweiten Initiative" (Schnitt: 29 Prozent). Was das konkret heißt, erklären die Autoren der Studie leider nicht.

Die Analysten wollten wissen, wie lang es nach dem Scheitern dauert, bis die IT wieder läuft. In der Bundesrepublik ist man demnach entweder gründlicher oder langsamer als in den anderen Ländern: 37 Prozent der Deutschen brauchen sechs bis zwölf Monate (Schnitt: 14 Prozent). Im Gegenzug sind 48 Prozent der internationalen CIOs in weniger als drei Monaten wieder auf der Spur (Deutschland: 33 Prozent).

Die Frage, ob sich die bisherigen Anstrengungen in Sachen SOA gelohnt haben, ist schwer zu beantworten. Die Autoren der Studie haben verschiedene Punkte abgefragt, die kein einheitliches Bild ergeben. Beispiel Konvertierung von Legacy-Anwendungen: Hier ist die Enttäuschung besonders hoch. Jeweils 14 Prozent aller Befragten erklären, in diesem Punkt habe SOA die Erwartungen unter- beziehungsweise übererfüllt. Der Rest gibt an, die Konvertierung sei gelaufen, wie erwartet.

Deutschland fällt allerdings aus dem Rahmen. Hier sind 21 Prozent der CIOs enttäuscht und ebenfalls 14 Prozent mehr als zufrieden.

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