4 Wege von McKinsey

Wie Führungskräfte mehr Feedback bekommen

30. September 2011
Von Kolja Kröger
Spitzenmanager sind auch nur Menschen: Aber wer sagt ihnen ihre Fehler offen ins Gesicht? Mehr konstruktive Kritik ist wichtig - aber ein harter Test für manches Alpha-Tier.
Mal die anderen Reden lassen - und gut zuhören. Das ist eine harte Übung, aber sie hilft laut Robert S. Kaplan.
Mal die anderen Reden lassen - und gut zuhören. Das ist eine harte Übung, aber sie hilft laut Robert S. Kaplan.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

Der Kaiser aus dem Märchen erfuhr es auf dem peinlichstem Wege: Keiner wollte ihm sagen, dass er nackt ist - nur ein Kind. Spitzenmanager kennen das Problem. Je höher sie aufsteigen, desto weniger Feedback bekommen sie. Dabei ist konstruktive Kritik lebenswichtig: Wer seine eigenen Fehler nicht sieht, fährt ProjekteProjekte und ganze Unternehmen an die Wand - und sägt langsam an seinem eigenen Stuhl. Alles zu Projekte auf CIO.de

Hilfe bietet der Harvard-Wirtschaftsexperte Robert S. Kaplan, der früher Vice Chairman bei Goldman Sachs war. In seinem Buch "What to ask the Person in the Mirror" spricht er aus Erfahrung und stellt er eine Rosskur vor, mit der Top-Entscheider die Meinung ihrer Untergebenen bekommen. Die Essenz hat er in einen Aufsatz für McKinsey gesteckt; hier gibt es jetzt die Essenz der Essenz. Vier StrategienStrategien führen Kaplans Erfahrung nach zum Ziel. Die wichtigste Regel: Wer um Rat fragt, zeigt Stärke - und nicht Schwäche. Alles zu Strategien auf CIO.de

Danke sagen und zur Lieblingsband stehen

  1. Nachwuchs-Coaches heranziehen: Der Anfang ist schwer, die ersten Gespräche unangenehm. Dennoch sollten Spitzenmanager ihre Kollegen in Nachrückpositionen ermutigen, ihnen explizit Punkte zu nennen, an denen sie an sich arbeiten sollten. Nachhaken ist wichtig, um tief zu schürfen - aber freundlich. Und Danke sagen nicht vergessen. Es hilft, wenn man vorher für sich selbst seine Stärken und vor allem Schwächen auf einen Zettel schreibt. Gerne auch aufs iPad.

  2. Selbstoffenbarung üben: Das rätselhafte, undurchsichtige Wesen namens Chef beeindruckt die eigenen Mitarbeiter weniger als dass es ihnen Angst macht. Öffnen hilft, damit die Kollegen auf einen zugehen. Es muss ja nicht gleich die Homestory aus dem Schlafzimmer sein. Also: Wo kommen Sie her, welche Platte legen Sie am liebsten auf und wohin streben Sie? Die Mitarbeiter sollten verstehen, wie ihr Chef tickt und welche Werte ihm wichtig sind. Das schafft Vertrauen.

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