IT in der Autoindustrie

Wie Informatiker Auto und Internet zusammenbringen

14. Januar 2014
Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
IT-Fachleute sind aus der Autobranche nicht mehr wegzudenken. Wir zeigen anhand von vier Porträts, womit sich diese Experten beschäftigen.
Julia Wimmer, Audi: "Wir stehen erst am Anfang der digitalen Dienste im Auto und des vernetzten Fahrens."
Julia Wimmer, Audi: "Wir stehen erst am Anfang der digitalen Dienste im Auto und des vernetzten Fahrens."
Foto: Audi

Julia Wimmer ist 25 Jahre alt, und seit knapp einem Jahr bringt sie gemeinsam mit ihren Kollegen neue Fahrzeugkonzepte für die Audi-IT auf die Straße: "Wir stimmen die Anforderungen mit den Fachbereichen ab und legen Termine, Ressourcen und Budgets fest." Wimmer bereitet innovative Audi-Connect-Dienste für die Umsetzung vor - etwa FacebookFacebook im neuen Audi A3 oder einen Dienst mit aktuellen Benzinpreisinformationen. Größtenteils laufen diese verteilten Services in einem Steuergerät des Fahrzeugs sowie auf der Server-Landschaft der Audi IT: "Es ist eine herausfordernde Aufgabe mit vielfältiger Projektarbeit, für die ich mich mit vielen verschiedenen Fachbereichen austausche." Alles zu Facebook auf CIO.de

Der Benzinpreis-Dienst beispielsweise läuft auf Audi-Servern, die Inhalte werden von einem externen Partner zugeliefert. Aufgabe der IT ist es unter anderem, den Content vor dem Versand über Mobilfunk aufzubereiten, zu prüfen und zu validieren, erzählt Wimmer: "Wir haben bei Audi eine goldene Regel: Alle Daten, die ins Fahrzeug geschickt werden, müssen über unsere Server, um unseren Qualitätsstandard zu erfüllen." Im Fahrzeug selbst läuft auch ein Teil des Dienstes (der Speichermechanismus zum Beispiel), um die Performance der Software zu gewährleisten.

Wimmer hat an der FH ihrer Heimatstadt Landshut Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik und Beschaffung/Logistik studiert. Das Praxissemester und die Bachelor-Arbeit drehten sich um die Automobilindustrie, da lag die Bewerbung auf der Hand: "In meinem Job kommt es weniger auf absolute Detailkenntnis in der IT an als auf ein genaues Verständnis, wie ein IT-Projekt abläuft." Die Zusammenarbeit mit den Fahrzeugentwicklern sei sehr eng, regelmäßige Sitzungen schlagen die Brücke zwischen der IT und den Fachbereichen in der Technischen Entwicklung: "Wir kooperieren frühzeitig eng am Fahrzeug und beraten die Fachbereiche, was sie alles mit IT umsetzen können."

An ihrem persönlichen Lieblingsservice im Auto muss die Projektexpertin allerdings noch ein paar Jahre arbeiten: "Wenn die Verkehrsinfrastruktur und das Fahrzeug eines Tages miteinander kommunizieren, übermitteln die Ampeln die ideale Fahrgeschwindigkeit für die grüne Welle an das Auto. Außerdem zeigt mir eine Art soziale App Freunde oder Einkaufsgelegenheiten in meiner Nähe." Allzu weit entfernt sei das Szenario nicht mehr, glaubt Wimmer: "Wir stehen am Anfang der digitalen Dienste im Auto und der Möglichkeiten des vernetzten Fahrens."

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