Moritz Freiherr Knigge im Interview

Wie kündigt man wertschätzend?

02. März 2012
Von Sven Ohnstedt
Wir sprachen mit Moritz Freiherr Knigge über uneinsichtige Chefs, frustrierte Mitarbeiter und einen Taxifahrer, der ein Vorstellungsgespräch verhinderte.
Moritz Freiherr Knigge
Moritz Freiherr Knigge
Foto: IDG / Thomas Cloer

Es wird behauptet, Sie haben ein Problem mit Etikette.

Knigge: Ich habe kein Problem mit Etikette, auch wenn das gerne anders dargestellt wird.

Woran liegt das?

Knigge: Es dürfte am Namen liegen.

Um was geht es Ihnen eigentlich?

Knigge: Mir geht es darum, Menschen für ihren Anteil an misslungener Kommunikation zu sensibilisieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, sich und anderen das Leben leichter zu machen.

Und dabei kommen Sie auch auf Etikette zu sprechen?

Knigge: Genau. Etikette ist Bestandteil von Kommunikation – das ist es aber auch schon. Meinem berühmten Vorfahren ging es auch nicht um Etikette.

Ihr Vorfahre wird oftmals grundlegend missverstanden…

Knigge: Wissen Sie, mein Vorfahre sagte, dass er die steife Etikette ablehne - ihr hafte etwas Unmenschliches an. Er schrieb hierzu einen langen Satz – wortwörtlich: Dies sind nur die kleinen Dinge der Welt, aber jeder kluge Mensch soll sich bewusst darüber sein, dass die persönliche, zeitliche Wohlfahrt immer wieder von Menschen abhänge, denen diese kleinen Dinge sehr wichtig sind. Von daher wäre es dumm, sie zu missachten. Das war es im Grunde schon, vielmehr ist es nicht.

So einfach?

Knigge: Ja, und die meisten machen es doch richtig. Also ich habe beim Geschäftsessen noch nie neben einem Mann gesessen, der laut schmatzte, sein Messer ableckte oder auf den Boden spuckte. Okay, in China spuckt man tatsächlich auf den Boden. Für solche kulturellen Eigenheiten lohnt tatsächlich eine spezielle Vorbereitung. Wird in Deutschland nur selten gemacht.