Big Data kontra Erfahrung

Wie Manager entscheiden

06. Mai 2013
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Führungskräfte verlassen sich oft mehr auf ihre Erfahrung als auf Daten. Dabei zeigen Studien, dass der andere Weg Unternehmen produktiver und profitabler macht. Wer das nicht annimmt, könnte bald ersetzt werden.

Die beiden Wissenschaftler Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson halten Big DataBig Data für wesentlich mächtiger als die bisher verfügbare Analytik. Denn Manager könnten nun deutlich präziser mit den Daten arbeiten als bislang. McAfee forscht am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Brynjolfsson ist dort Professor. Alles zu Big Data auf CIO.de

Durch Big Data können Manager deutlich präziser als früher mit Daten arbeiten.
Durch Big Data können Manager deutlich präziser als früher mit Daten arbeiten.
Foto: Ben Chams - Fotolia.com

Den Unterschied zwischen Big Data und Analytik machen McAfee und Brynjolfsson an dem Volumen, der Geschwindigkeit und der Vielfalt fest. Heute gäbe es im Internet in jeder Sekunde mehr Datenbewegungen als das gesamte Internet noch 20 Jahre zuvor ausgemacht hat. Durch den Zugriff auf Echtzeitinformationen können Unternehmen sich ihren Wettbewerbern gegenüber deutlich agiler verhalten. Darüber hinaus können diese Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen wie sozialen Netzwerken, Bildern, Sensordaten, dem Internet oder anderen Quellen stammen.

In einem Beitrag für den Harvard Business Manager bezeichnen die zwei Wissenschaftler Big Data als "The Management Revolution". Diese Revolution kann für Entscheider aber auch eine Herausforderung bedeuten. Denn, so die These von McAfee und Brynjolfsson, sie müssten ihre Arbeitsweise den neuen Möglichkeiten anpassen und lernen, die richtigen Fragen zu stellen und Daten-basierte Entscheidungen zu treffen. Noch passiert das häufig nicht: "Wir glauben, dass Menschen in der heutigen Business-Welt zu sehr auf Erfahrung und Intuition und zu wenig auf Daten zurückgreifen", heißt es in dem Beitrag.

Um zu zeigen, dass Big Data Unternehmen auch tatsächlich erfolgreicher macht, befragten MIT-Wissenschaftler gemeinsam mit McKinsey 330 US-Unternehmen und verglichen die Zahlen dieser Studienteilnehmer. Die Bilanz: Umso datengetriebener die Firmen sich einstuften, um besser waren ihre Ergebnisse. Unternehmen, die sich in ihrer Branche im oberen Drittel bewegen und bei Entscheidungen Daten nutzen, waren um fünf Prozent produktiver sowie um sechs Prozent profitabler als ihre Wettbewerber.