Strategien


PwC IT-Outsourcing-Studie

Wie Provider den Sourcing-Markt sehen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutsche Unternehmen entscheiden sich vor allem für Nearshore-Standorte. Provider arbeiten mit Hochdruck am Image als Experten für Cloud, Mobility und Big Data.

Die Marktteilnehmer lernen - sowohl die Kunden, als auch die Anbieter. So charakterisiert Jörg Hild, Partner bei PwC,PwC, den deutschen Outsourcing-Markt in der "IT-Outsourcing-Studie". Hild beobachtet, dass die Umsätze weiter steigen, auch wenn Insourcing "in all seinen Facetten aus gutem Grund diskutiert wird". Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Der Report basiert unter anderem auf Angaben von 55 Managern auf Anbieterseite und 65 auf Kundenseite. Den weiter steigenden Bedarf am Auslagern begründet Hild mit dem klassischen Argument Kostensenken. Das gelte insbesondere für den Rechenzentrumsbetrieb.

Eine der Fragen dreht sich um künftige Orte, an die ausgelagert wird. Sechs von zehn Befragten (60 Prozent) erklären, das Interesse an Nearshore-Standorten sei "steigend" bis "stark steigend". Nearshore heißt für PwC etwa Rumänien. Über Onsite-Standorte (beim Kunden selbst) sagen das nur 35 Prozent - während 36 Prozent "fallendes" bis "stark fallendes" Interesse konstatieren.

Onshore-Standorten (in Deutschland) schreiben 55 Prozent steigendes bis stark steigendes Interesse zu - am anderen Ende der Skala sprechen allerdings 19 Prozent von fallender Nachfrage. Das Auslagern nach Offshore (typischerweise Indien) wird aus Sicht von jedem Zweiten (50 Prozent) interessanter. Gleichzeitig sprechen jedoch 30 Prozent von sinkender Attraktivität solcher Standorte.

Innovationsthemen

Nach ihrem eigenen Selbstverständnis wollen sich die Service-Provider vor allem in drei Punkten weiterentwickeln: als Anbieter von Cloud-Lösungen, als Innovationstreiber und als Service-Integrator. Als wichtigste Innovationsthemen identifiziert PwC Cloud, Mobility und Big DataBig Data. "Die Anbieter arbeiten mit Hochdruck daran, sich als Experten der genannten Technologien zu positionieren", sagt Hild. Dabei sähen sich die Anbieter ebenso wie ihre Kunden dem Druck ausgesetzt, DatenschutzDatenschutz und Compliance-Vorgaben zu erfüllen. Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Anwender legen weniger Wert auf Referenzprojekte

Klare Unterschiede zeigen sich bei der Bewertung eines Anbieters aus dessen eigener Sicht und der des Kunden. So gehen 71 Prozent der Provider davon aus, dass Kunden zunächst einmal die Qualität der Services "sehr wichtig" sind. Allerdings sagen das mit 84 Prozent der Anwender deutlich mehr. Noch stärker fällt die Diskrepanz beim Stichwort Referenzprojekte aus: Jeder Anbieter hält sie für entscheidend, genau genommen beschreiben 56 Prozent sie als "sehr wichtig" und 44 Prozent als "wichtig".

"Kunden ist bewusst, dass sich aus Referenzen nicht unbedingt auf die zu erwartende Qualität schließen lässt", sagt Studienautor Jörg Hild von PwC Deutschland.
"Kunden ist bewusst, dass sich aus Referenzen nicht unbedingt auf die zu erwartende Qualität schließen lässt", sagt Studienautor Jörg Hild von PwC Deutschland.
Foto: PwC Deutschland

Ganz anders die Anwender. Jeder Zweite (50 Prozent) nennt Referenzprojekte "weniger wichtig". Hild interpretiert das so, "dass den Kunden bewusst ist, dass sich aus Referenzen nicht unbedingt auf die zu erwartende Qualität schließen lässt."

Zu den größten Problemen der Service Provider gehört der FachkräftemangelFachkräftemangel. Das RecruitingRecruiting gestalte sich "zunehmend schwieriger", schreibt PwC in der Studie. In dem Punkt dürften sich Anbieter und Kunden kaum unterscheiden. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de Alles zu Recruiting auf CIO.de

Die 6 Phasen des Sourcing-Lifecycles

Die typische Vertragslaufzeit liegt bei drei bis fünf Jahren, so der Report. PwC unterteilt den IT-Sourcing-Lifecycle in sechs Phasen. Diese sind:

Strategie: Zu Beginn werden Rahmenbedingungen und strategische Ziele festgehalten. Eine Roadmap umreißt das weitere Vorgehen und die Planung.

Machbarkeit: In der Phase der Machbarkeit (Feasibility) beschreiben die Entscheider, wie sich die Ausgangslage darstellt und wie ein Business Case aussehen kann. Es geht dabei auch um Erfolgskriterien und eventuelle Risiken.

Transaktion: In Phase drei erstellen die Entscheider Ausschreibungsunterlagen. Sie treffen ihre Wahl unter den Anbietern und verhandeln mit ihnen.

Übergang: In Phase vier wird der Business Case fortgeschrieben. Konkret geht es in dieser Phase um den Mitarbeiterübergang, das Bilden einer Retained Organisation und das Etablieren eines Governance Frameworks.

Transformation: Während der Transformationsphase stehen die Verträge im Mittelpunkt. Sie werden sowohl nach monetären wie auch nach nicht-monetären Aspekten überprüft.

Neuverhandlung: Den Abschluss des IT-Sourcing-Lifecycles bildet das Neuverhandeln. Die Entscheider prüfen, inwieweit sich ihre Ziele erfüllt haben, und welche Handlungsoptionen ihnen nun offenstehen.

Die PwC-Studie "IT-Sourcing - die Perspektive der Anbieter" können Sie hier kostenlos erhalten.