Cloud Computing


Die Cloud managen

Wie sich CIOs künftig definieren müssen

09. März 2016
Andreas Kohne arbeitet als Assistent der Geschäftsleitung bei Materna und promoviert derzeit an der TU Dortmund.
Es findet ein massiver Wandel statt. IT wandert immer mehr in die Cloud. Der CIO wandelt sich zum Service-Orchestrator. Dafür muss sich die IT um 180 Grad ändern.

Der CIO wird zum Leiter der IT-Fabrik. In der IT-Fabrik werden auf vollautomatisierten Produktionsstraßen vordefinierte Services nach einem unternehmensweiten Standard produziert und automatisch in den Betrieb übergeben. Die für die Serviceproduktion benötigten Einzelteile (Teilservices) können dabei selbst produziert und verbaut oder durch einen Dritthersteller beigesteuert werden. Die Dritthersteller in diesem Bild sind die externen Cloud Service Provider.

Sie bieten vorkonfektionierte Services mit klar definierten Schnittstellen, Kosten und Betriebsmodellen an, die eindeutig mit SLAs (Service Level Agreements) abgesichert sind. Der CIO muss also zum Service Orchestrator werden, der anhand der Business-Anforderungen bestimmt, welche Services wie, wo und in welcher Qualität bezogen werden. Dabei trägt er die Verantwortung dafür, dass die unterschiedlichen Services, egal, wo sie im Endeffekt betrieben werden, sicher laufen und untereinander effizient kommunizieren können.

IT muss sich um 180 Grad wandeln

Um dies zu bewerkstelligen, muss sich die IT um 180 Grad wandeln. Hierbei kann nicht immer der Greenfield-Approach genutzt werden, bei dem die neue IT die alte Umgebung komplett ersetzt. Es muss präzise zwischen bestehenden und neuen Services unterschieden werden. Dabei ist es einfacher, die neuen Services mit Hilfe neuer Technologien bereitzustellen und zu betreiben, als die alten. Denn sie lassen sich von Anfang an agil konzipieren und voll automatisch betreiben und überwachen. Um diese neue IT aufzusetzen, muss der CIO konsequent auf eine StandardisierungStandardisierung der vorhandenen Services und Infrastrukturen setzen. Dies bildet die Basis für den Weg in die Cloud. Alles zu Standardisierung auf CIO.de

Das Software Defined Data Center

Im nächsten Schritt muss die Virtualisierung auf allen Ebenen weiter vorangetrieben werden. Hierbei sollten neben der Server-Virtualisierung auch der Storage und das Netzwerk komplett von der Hardware entkoppelt werden. Dies erlaubt es, alle verfügbaren Ressourcen flexibel über Software provisionieren und steuern zu können. Software Defined Data Center (SDDC) ist hier das Schlagwort. Ein SDDC ermöglicht eine feingranulare Aufteilung der verfügbaren physischen Ressourcen und somit eine anforderungsgerechte Zuweisung und Verrechnung von Ressourcen auf Services. Dies hilft dem CIO, die Kosten verursachergerecht auf die Fachabteilungen umzulegen und somit transparent und vergleichbar zu Cloud-basierten Diensten zu werden.

Ein weiterer großer Vorteil einer komplett Software-basierten RZ-Umgebung ist es, dass aufbauend auf die bereits definierten Standards für Betriebssysteme, Middlewares und Applikationen alle Prozesse von der Erstellung einer neuen virtuellen Maschine (VM), über die Zuweisung der benötigten Ressourcen wie CPU, RAM und Festplatte auch direkt die gesamte Integration in das Netzwerk voll automatisiert werden können.

Die Automatisierung hört aber hier nicht auf. Den größten Vorteil bringt die Automatisierung von wichtigen Prozessen während der eigentlichen Laufzeit eines Services. Hierzu zählen das Patch Management, das Incident Management, das Change Management, das Backup und Restore und natürlich der Prozess, um den Service geregelt außer Betrieb zu nehmen. Hierfür wird nicht nur ein SDDC benötigt, sondern auch ein präzise aufgesetztes und betriebenes Service Management mit eindeutig definierten Services, Verantwortlichkeiten und Prozessen. Das SDDC bildet aber eine optimale Grundlage für einen vollautomatisierten IT-Betrieb.

Nächster Schritt Hyperconverged Systems

Der nächste Trend lautet Hyperconverged Systems und treibt den Gedanken des SDDCs noch weiter. Hyperconverged Systems sind betriebsfertige Hardware- und Software-Systeme, die sich sehr schnell in den Betrieb überführen lassen. Sie beinhalten neben allen für den Betrieb benötigten Ressourcen wie RAM, CPU, Festplatten und Netzwerk-Konnektoren auch direkt einen vorinstallierten Hypervisor für die Virtualisierung und bereits ein komplettes Monitoring. Außerdem liefern sie eine vollintegrierte Automatisierungslösung, die zum Beispiel über einen zentralen Orchestrierer angesprochen werden kann.

Somit kann die IT bedarfsgerecht wachsen, da zusätzliche Systeme nach dem Kauf einfach dem bestehenden System hinzugefügt werden können und alle weiteren Konfigurationen vom System automatisch durchgeführt werden. Die neuen Ressourcen stehen sofort bereit und die vorhandenen VMs können automatisch auf der neuen Hardware betrieben werden.