Ratschläge und Fehler

Wie Sie ein höheres Gehalt aushandeln

03. September 2013
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wer Zusatzaufgaben übernimmt, Jobs schneller erledigt als andere oder Bereiche konsolidiert, sollte dafür mehr Gehalt fordern. Aber: lieber nicht mit Kündigung drohen.
Wenn es heißt, dass kein Geld für eine Gehaltserhöhung vorhanden sei, ist das kein Grund, sich abwimmeln zu lassen.
Wenn es heißt, dass kein Geld für eine Gehaltserhöhung vorhanden sei, ist das kein Grund, sich abwimmeln zu lassen.

Egal, ob es konjunkturell aufwärts oder abwärts geht – wer überdurchschnittlich viel leistet, sollte auch mehr Gehalt bekommen. Viele Arbeitnehmer machen dabei den Fehler, zu stark mit ihren technischen Fähigkeiten zu argumentieren. Mary K. Pratt von unserer US-Schwesterpublikation Computerworld gibt Tipps, wie man es besser macht.

1. Zunächst einmal die Stellenbeschreibung klären

Basis jeder beruflichen Verbesserung ist eine klare Stellenbeschreibung. Der Beschäftigte muss wissen, was genau von ihm verlangt wird. Dann kann er gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Parameter für den Erfolg festlegen.

2. Zusatzaufgaben übernehmen

Sobald geklärt ist, was zum eigenen Job zählt, wird auch deutlich, was ein Angestellter zusätzlich leistet. Solche Leistungen muss der Mitarbeiter dokumentieren, sonst hat er sie beim Gehaltspoker nicht parat. Dazu Nicole Spicer vom Recruiting-Berater OARIP: "Schreiben Sie alles auf, was Sie über Ihren eigentlichen Job hinaus leisten. Im Alltagsstress vergessen viele Leute schnell, was sie getan haben."

Eine gute Möglichkeit ist es auch, in der Freizeit etwas für die Firma zu tun. Pratt zitiert das Beispiel eines Informatikers, der Kollegen abends Java beigebracht und speziell jüngeren Mitarbeitern unter die Arme gegriffen hat. Das hat sich für ihn ausgezahlt.

3. Erfolge dokumentieren

Wer für seine Arbeit lobende Worte hört, sollte darum bitten, diese Anerkennung in einer kurzen, formlosen E-Mail zu erhalten. Am Besten, der Absender setzt den Chef auf Kopie.

4. Sich über das Gehaltsniveau informieren

Über Gehaltsstudien und Stellenausschreibungen erfährt man, wie viel in der Branche gezahlt wird. Jerry Luftman, Professor an der School of Technology Management, rät außerdem, sich in Netzwerken umzuhören. Luftman gibt zu Bedenken, dass Gehälter regional variieren. Das muss bei Gesprächen über die Bezahlung berücksichtigt werden.

Auf der nächsten Seite geht es u.a. um das Verständnis für den Verhandlungspartner und um Alternativen zur Gehaltserhöhung.