Doppelte Wartung ist Albtraum für Administratoren

Windows 7 bekommt virtuellen XP-Modus

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.

Ein Problem gelöst, ein Neues geschaffen

Der XP-Modus löst zwar das Problem der Lauffähigkeit älterer Anwendungen unter Windows 7, schafft jedoch gleichzeitig ein Neues. Künftig müssen Administratoren zwei Windows-Versionen betreuen. „Das bedeutet, dass beide Windows-Varianten separat abgesichert, vor Viren geschützt sowie jeweils eigene Patches eingespielt werden müssen“, wie Gartner-Analyst Michael Silver gegenüber unserer CIO Schwesterpublikation Computerworld.com erklärt.

Mit dem XP-Modus von Windows 7 läuft Word 2003 unter Windows XP, Word 2007 wird dagegen direkt in Windows 7 gestartet.
Mit dem XP-Modus von Windows 7 läuft Word 2003 unter Windows XP, Word 2007 wird dagegen direkt in Windows 7 gestartet.

Sein Fazit: „Keine Firma will auf jedem einzelnen PC zwei Windows-Instanzen warten, denn dadurch verdoppelt sich der Wartungsaufwand und die Kosten dafür steigen.“ Beispielsweise müsse eine Firma, die 10.000 Windows-Rechner verwaltet, dann 20.000 Instanzen betreuen.

Trügerische Sicherheit

Darüber hinaus gibt der Analyst zu bedenken, dass MicrosoftMicrosoft mit dem virtuellen XP-System die Lebensdauer von Windows XP verlängert, doch für dieses Betriebs-System keinen Mainstream-Support mehr anbietet. Im Jahr 2014 laufe zudem der erweiterte Support aus. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Das wiege Firmen in eine trügerische Sicherheit und sie versäumen es, Anwendungen mit Windows 7 kompatibel zu machen. Michael Silver empfiehlt daher, schon heute alle XP-Applikationen auf die neue Windows-Version zu migrieren.

Den XP-Modus soll es zudem nur für die Editionen Professional, Enterprise, und Ultimate von Windows 7 geben. Da Microsoft laut Paul Thurrott die virtuelle Maschine nicht automatisch mitliefert, muss sie eigens von der Microsoft-Website heruntergeladen werden. Die vor allem für Endverbraucher gedachte Edition Windows 7 Home Premium, wird die virtuelle Maschine gar nicht enthalten.

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