Blackberry Enterprise Director Jeff Holleran

Wir wollen alle Geräte in Unternehmen verwalten

09. Dezember 2013
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Von wegen abgeschrieben: Jeff Holleran, Senior Director Enterprise Product Management bei Blackberry, spricht im CIO.de-Interview über die neue BES-Version, Cloud-Pläne und die Ausweitung auf weitere Geräte.
Jeff Holleran, Senior Director Enterprise Product Management bei Blackberry.
Jeff Holleran, Senior Director Enterprise Product Management bei Blackberry.
Foto: Blackberry

Blackberry kämpft. Erst beschwor das Unternehmen Kunden in einem offenen Brief, ihm die Treue zu halt, nun haben die Kanadier die Version 10.2 ihrer Management-Lösung Blackberry Enterprise Service, kurz BES, veröffentlicht. Im Interview diskutiert der Jeff Holleran, verantwortlich für BES, warum Nutzer zu Blackberry wechseln sollen, wann das versprochene Cloud-Angebot startet und wie die Zukunft für Blackberry aussehen könnte.

CIO.de: Seit Version 10 kommt der BES auch mit Android und iOS zurecht. Wie steht es um die Integration dieser Dienste - sind Android- und iOS-Besitzer Nutzer zweiter Klasse?

Jeff Holleran: Im Gegenteil. Unser Ziel ist es, alle Funktionen auch auf Android und iOS zur Verfügung zu stellen. Wenn ich mir die Roadmap ansehe, gibt es kein einziges Feature, das wir nur für Blackberry planen - zumindest bei den Funktionen für Endnutzer. Es gibt ein paar Sicherheitsfunktionen, die wir nur in Verbindung mit Blackberry-Geräten anbieten können, einfach weil wir hier neben dem Management-Server auch die Endgeräte komplett kontrollieren. Unser Plan ist es aber, dass wir jede Sicherheitsfunktion, die möglich ist, auch auf Android und iOS bereitstellen.

Blackberry will nicht nur eigene Geräte Unternehmen managen, sondern auch iOS und Android.
Blackberry will nicht nur eigene Geräte Unternehmen managen, sondern auch iOS und Android.
Foto: Blackberry

Für mich besteht das Blackberry-System aus drei Teilen: Geräte, Netzwerk und das Management-System. Bei iOS und Android haben wir diese drei Teile ebenfalls, nur wird eben das Gerät durch unsere Secure Workspace App ersetzt. Das Netzwerk bleibt gleich. Weil wir auch hier den Traffic sicher durch das Blackberry-System leiten, können wir auch auf dieses Systemen einen Zugriff auf Dienste hinter der Firewall ermöglichen, ohne dass dazu eine kostenintensive VPN-Lösung notwendig ist. Und mit dem BES 10.2 kann unser Management-Server all diese Plattformen verwalten.

CIO.de: Kommen wir zum BES an sich, Blackberry hatte neben dem lokal installierbaren BES auch eine Cloud-Lösung angekündigt - wie ist hier der Status?

Jeff Holleran: Stimmt, im Oktober haben wir angekündigt, dass wir künftig auch ein Cloud-Angebot bereitstellen. Aktuell sind wir mit ausgewählten Kunden im Betatest. Noch im Dezember 2013 wollen wir diesen ausweiten und in eine Preview umwandeln.

CIO.de: Sind die Funktionen die gleichen wie bei der lokal installierten Variante?

Jeff Holleran: Es gibt Einschränkungen bei Diensten, die hinter der Firewall angesiedelt sind, aber Kunden erhalten die volle Management-Kontrolle für Blackberry, iOS und Android. Wir haben außerdem eine clevere Funktion, eine Applikation, die hinter der Firewall sitzt und mit der Cloud kommuniziert. Darüber lassen sich lokale Verzeichnisse mit der Cloud abgleichen und beispielsweise Nutzer übertragen. Wichtig ist hier die Sicherheit: Wir speichern in diesem Fall keine Zugriffsdaten in der Cloud ab, diese sitzen auf dem lokalen System, geschützt durch die Firewall der Unternehmen.

CIO.de: Sprechen wir über das Geschäft: Wie machen Sie bestehenden BES-Kunden einen Umstieg auf BES 10.2 schmackhaft?

Jeff Holleran: In BES 10.2 ermöglichen wir unseren Kunden, dass sie neben den Geräten auch BES-Server einbinden. Damit können sie BES 10.2 parallel zur laufenden Produktivumgebung installieren und - ohne dass sie die bisherige Umgebung anfassen - künftig auch Blackberry OS 10, Android und iOS einbinden. Das alles funktioniert mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche und alle Funktionen werden von einem bekannten Hersteller angeboten. Einem Hersteller, der weltweiten Support liefern kann, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

CIO.de: Wie sieht es mit Unternehmen aus, die Konkurrenzprodukte einsetzen? Wie überzeugen Sie diese?

Jeff Holleran: Ich greife einen Teil meiner letzten Antwort auf: Wir sind ein vertrauenswürdiger Hersteller, der alle Geräte unter einer Oberfläche verwalten kann. Wir haben mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Verwaltung mobiler Systeme und wir nutzen diese Erfahrung, um unseren Kunden die Verwaltung ihrer Geräte so einfach wie möglich zu machen. Wenn ich mir die aktuelle Situation im Markt für Management-Lösungen ansehe, dann haben wir eine Nutzerbasis, die deutlich größer ist als bei den anderen Anbietern.

Wir fokussieren uns auf zwei Themenbereiche:

1. Wir wollen die Sicherheit von Unternehmensdaten sicherstellen.

2. Wir wollen unsere Benutzeroberfläche und die Nutzererfahrung so optimieren, dass wir in der Industrie keine Konkurrenz haben. Wir wollen dafür sorgen, dass sowohl Nutzer wie auch Administratoren mit unseren Produkten höchst produktiv arbeiten können.

CIO.de: Wie sieht die Zukunft für den Blackberry Enterprise Service aus? Was sind die Herausforderungen für 2014?

Jeff Holleran: Wir sehen dass die mobilen Endpunkte im Unternehmen weiter zunehmen werden. Und entsprechend wollen wir unsere Funktionen weiter ausbauen. Wir wollen jedes Gerät verwalten können - und das ultimative Ziel ist die Verwaltung aller Endpunkte im Unternehmen.

CIO.de: Bedeutet dass, das der BES künftig auch, sagen wir, Notebooks oder Desktops verwalten kann?

Jeff Holleran: Ich kann mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen. Aber Sie werden sehen, wie wir weiter wachsen und eine Verwaltung für alle verbundenen Objekte im Unternehmen zur Verfügung stellen werden. Welche Geräte auch immer der Nutzer in der Firma nutzen möchte, die Unternehmen sollen in der Lage sein, diese Endpunkte zu managen. (CIO.de/mb)

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