Kein persönlicher Draht zu Mitarbeitern

Woran Change Management scheitert

25. August 2010
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Wie eine Kienbaum-Studie zeigt, haben zwar viele Unternehmen erkannt, wie wichtig die Kommunikation von Veränderungen ist. Doch dabei läuft noch jede Menge schief.
Kein Nebenschauplatz mehr: Das Gros der Unternehmen pflegt seine Change Communication mehrmals im Jahr.
Kein Nebenschauplatz mehr: Das Gros der Unternehmen pflegt seine Change Communication mehrmals im Jahr.

Die Krise ist vorerst vorbei, die von ihr ausgelösten Veränderungen noch lange nicht. So gehen einerseits 40 Prozent der großen deutschen Unternehmen von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und 56 Prozent von einer KonsolidierungKonsolidierung aus. Andererseits rechnen 30 Prozent mit einer zunehmenden Relevanz krisenbedingter Restrukturierungsmaßnahmen in den kommenden drei Jahren, 52 Prozent mit einer gleich bleibenden Bedeutung. Dies geht aus einer Kienbaum-Studie hervor, deren Ergebnisse an der Hochkonjunktur von Change Management keinen Zweifel lassen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

Das gilt mindestens genauso für das zentrale Thema der Untersuchung: die Change Communication. Für 55 Prozent der Unternehmen hat die kommunikative Begleitung der krisenbedingten Neuausrichtung hohe oder sogar oberste Priorität. 73 Prozent setzen auf dieses Instrument, um die Auswirkungen schwerer Einschnitte abzufedern.

Dass es ohne Aktivitäten in diesem Feld nur noch schwerlich geht, haben die Firmen zwangsläufig gelernt. Dass man dabei vieles falsch machen kann und Anstrengungen nicht immer von Erfolg gekrönt sind, mussten sie zum Teil schmerzlich erfahren. Fast 60 Prozent bewerten die Umsetzung von Change Communication als schwierig oder sehr schwierig. In jedem dritten Unternehmen scheiterten die eingeleiteten Maßnahmen.

Jeweils 58 Prozent nennen als Ursache dafür, zu wenig auf persönliche Kommunikation gesetzt zu haben sowie Ängsten und Widerständen der Mitarbeiter nur unzureichend begegnet zu sein. Wiederum jeweils zwei Fünftel geben mangelnde Zusammenarbeit mit dem Top-Management sowie zu wenig Zeit und Geld als Gründe an.

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