Von gescheiterten Projekten bis zum Kündigungsgrund des Vorgängers

Worauf CIOs bei ihrer Bewerbung achten sollten

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Warum hat der Vorgänger das Unternehmen wirklich verlassen? Ist das Management so strukturiert, dass man Entscheidungen treffen und umsetzen kann? Wer sich auf eine Stelle als CIO bewirbt, sollte auf einige Dinge achten, so Consulter David Price. Berater Dietrich Graf von Reischach rät ebenfalls zu guter Vorbereitung - gibt aber zu Bedenken, dass schlicht und einfach auch die Chemie stimmen muss. Und außerdem geht es im Bewerbungsgespräch nicht immer um ein "Richtig" oder "Falsch", ergänzt Michael Jost, Head of IT-Consulting bei Scopar (Scientific Consulting Partners).

David Price hat in seinem Berufsleben genug Leute eingestellt, um bestimmte Prinzipien zu erkennen. Vor Gründung seiner eigenen Consulting-Firma DV Price war er unter anderem als Executive Vice President bei der amerikanischen National Multiple Sclerosis Society tätig. Sein Tipp an Bewerber: Wenn ein Unternehmen einen CIO sucht und die Stelle nicht intern besetzt, ist Vorsicht geboten.

Gut möglich, dass man als Neuling in ein Minenfeld tritt, technisch wie vom Betriebsklima her. Wer sich bewirbt, sollte also unbedingt herausfinden, warum der Vorgänger das Unternehmen verlassen hat, so David Price.

Eine Einschätzung, die nicht jeder teilt. So rät Interconsult-Chef Dietrich Graf von Reischach zur Gelassenheit. Es sei durchaus möglich, dass der bisherige CIO in den Ruhestand geht oder persönliche Gründe für einen Weggang hatte.

Sollte es aber tatsächlich Streit oder Probleme gegeben haben, ist es fraglich, ob dem neuen Bewerber gegenüber die Karten offen auf den Tisch gelegt werden, so Graf von Reischach weiter.

Bewerber sollten sich bei aller Vorbereitung nicht verzetteln. Ob's was wird mit dem neuen Job, hängt ja auch von der Chemie ab.
Bewerber sollten sich bei aller Vorbereitung nicht verzetteln. Ob's was wird mit dem neuen Job, hängt ja auch von der Chemie ab.
Foto: MEV Verlag

Michael Jost, Head of IT-Consulting bei Scopar (Scientific Consulting Partners), macht sich in dieser Hinsicht keine Sorgen: "Solche Positionen werden in der Regel von Personalberatern besetzt. Seriöse Personalberater sollten die Umstände kennen und werden den Kandidaten auch nicht im Unklaren lassen." Wer dennoch unsicher ist, könne ja auch mit dem Vorgänger Kontakt aufnehmen oder über NetzwerkeNetzwerke in Erfahrung bringen, warum der bisherige CIO gegangen ist. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Für Graf von Reischach hat ein Bewerber umso mehr Erfolg, je besser er sich auf ein Gespräch vorbereitet. Wie stellt sich das Unternehmen auf seiner Homepage dar? Wer sind die Kunden? "Ein Bewerber sollte sich eine Liste mit Fragen anlegen und sich die Antworten aufschreiben", sagt Graf von Reischach. Auf diese Weise ließe sich am besten herausfinden, ob man zum Unternehmen passt - und das Unternehmen zum Bewerber.

Die entscheidenden vier Fragen

David Price nennt vier Fragen, die er bisher noch jedem Bewerber gestellt hat. Diese lauten:

1. Wie passt diese Position zu ihren persönlichen Lebenszielen?

2. Schildern sie mir eines ihrer Projekte, das fehlgeschlagen ist!

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