Bayern und Hamburg vorn

Work-Life-Balance: Deutschland letzter

04. Juli 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
International geben deutsche Angestellte ihrer Work-Life-Balance die schlechtesten Noten. Sie erwarten einfach mehr, so die Analyse der Studienautoren von Regus.

Laut dem von Regus veröffentlichten Work-Life-Index zum Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben liegt Deutschland weit unter dem internationalen Durchschnitt. Während das weltweite Ländermittel 124 Punkte beträgt, erreicht Deutschland nur 95. Genau wie zwei Jahre zuvor bildet Deutschland damit das Schlusslicht im weltweiten Vergleich. In Bayern und Hamburg sind die Angestellten im Deutschlandvergleich am zufriedensten mit dem Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben.

Deutsche Arbeitnehmer bewerten ihre Work-Life-Balance im Ländervergleich am schlechtesten.
Deutsche Arbeitnehmer bewerten ihre Work-Life-Balance im Ländervergleich am schlechtesten.
Foto: Regus

Weltweit bewerten Angestellte aus Mexiko, Brasilien und China ihre Work-Life-Balance mit den besten Noten. Die Studienautoren vermuten, dass das Thema nun bei starkem wirtschaftlichem Wachstum wichtiger genommen wird. In Brasilien etwa hat sich der Work-Life-Index seit 2010 um 45 auf 151 Punkte erhöht. Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Deutsche tatsächlich die schlechteste Work-Life-Balance haben. Vermutlich liege man auf dem letzten Platz, weil die Menschen hierzulande sehr hohe Standards erwarten, heißt es in der Studienauswertung.

Die Work-Life-Balance der Deutschen ist in den letzten Jahren nicht in den Keller gerutscht, im Gegenteil: Die Zufriedenheit mit dem Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben erhöhte sich hierzulande seit 2010 um 61 Prozent. Diese Entwicklung sei zum Großteil auf die entspanntere Wirtschaftslage zurückzuführen, heißt es in der Auswertung von Regus. 64 Prozent aller Angestellten in Deutschland haben Freude an ihrer Arbeit, weltweit sind es 69 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten aus Deutschland ist mit der Zeit zufrieden, die sie zuhause verbringen oder für persönliche Zwecke nutzen kann (48 Prozent). Weltweit sprechen 59 Prozent der Umfrageteilnehmer von einer solchen Zufriedenheit.

Macht produktiver

Die Mehrheit (77 Prozent) der Befragten aus Deutschland gibt an, effektiv mehr Arbeit zu erledigen als noch 2010. Weltweit liegt dieser Prozentsatz bei 74 Prozent. Die Studienautoren sehen dies als eine Bestätigung dafür, dass es zwischen einem ausgeglichenen Verhältnis von Berufs- und Privatleben und produktivem Arbeiten einen Zusammenhang gibt. Der Work-Life-Index bestätige damit, dass ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben auch für das Unternehmenswachstum von wesentlicher Bedeutung ist, so Regus.

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