CIO Auf- und Aussteiger


E-Commerce steigern

Würth befördert CIO Herrmann in Konzernführung

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Der CIO der Würth Group ist in das vierköpfige Leitungsgremium des Handelskonzerns berufen worden.
Geschäftsführer und CIO Bernd Herrmann ist in die Konzernführung von Würth aufgestiegen.
Geschäftsführer und CIO Bernd Herrmann ist in die Konzernführung von Würth aufgestiegen.
Foto: Würth

Der CIO des Schraubenhändlers Würth, Bernd Herrmann (47), ist im Mai 2015 in die vierköpfige Konzernführung der Würth-Gruppe aufgestiegen. Dort ist er im Konzern unter anderem für die Bereiche IT, E-Business und Logistik verantwortlich. Er berichtet an Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe.

Dafür hat sich Uwe Hohlfeld aus gesundheitlichen Gründen aus der Konzernführung zurückgezogen. Hohlfeld ist als Geschäftsführer des deutschen Mutterunternehmens der Würth-Gruppe, der Adolf Würth GmbH & Co. KGAdolf Würth GmbH & Co. KG, weiterhin verantwortlich für den Bereich FinanzenFinanzen und Controlling. Top-500-Firmenprofil für Adolf Würth GmbH & Co. KG Top-Firmen der Branche Finanzen

Weitere Mitglieder der Konzernführung von Würth sind Robert Friedmann als Sprecher der Konzernführung und zuständig für die Allied Companies, Peter Zürn als stellvertretender Sprecher und zuständig für das Kerngeschäft, die Würth-Linie, und Joachim Kaltmaier als CFO.

Seit 2002 Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH & Co. KG

Herrmann ist seit 1990 bei Würth, seit Mai 2002 ist er Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH & Co. KG und dort verantwortlich für die Bereiche IT und Marketing. Seit 2007 ist er Executive Vice President der Würth-Gruppe, verantwortlich für verschiedene Business Units und Funktionen, unter anderem IT, E-Business und Logistik.

Die operative Leitung der IT in Deutschland liegt in den Händen von Jürgen HäckelJürgen Häckel, Ulrich Baumgartl und Christian Berndt. Alle drei sind Geschäftsführer der Würth IT GmbH, eines von sechs IT-Unternehmen der Würth-Gruppe. Profil von Jürgen Häckel im CIO-Netzwerk

Zentralisierung der IT-Strukturen

Als seine wichtigsten Aufgaben im Bereich IT und E-Business nennt Herrmann die Zentralisierung der IT-Strukturen und das Roll-out der verschiedenen Warenwirtschaftssysteme, Systeme und Anwendungen im Bereich E-Business sowie den Ausbau und die Integration des E-Business-Kanals als Teil der Omni-Channel-Strategie der Würth-Gruppe.

IT-Organisation: Früher war die IT-Organisation sehr dezentral aufgestellt. Inzwischen kommt es zu einer zunehmenden Zentralisierung der IT-Strukturen. Es gibt zentralisierte IT-Architekturen von Data Centern über die ERP-Systeme, die Produkt- und Informationssysteme bis zu den Systemen im Bereich E-Business wie Shops und Apps sowie die Verkäufersteuerungssysteme, Steuerungs- und Informationssysteme. Derzeit erfolgt der weltweite Roll-out dieser Systeme.

IT-Mitarbeiter: In den sechs IT-Unternehmen der Würth-Gruppe arbeiten 588 Personen (Stand: 30. Juni 2015). Zusätzlich sind über 780 IT-Spezialisten in den Handels- und Produktionsunternehmen der Würth-Gruppe angestellt.

E-Commerce soll weiter steigen

Würth investierte 2014 zusätzlich zum Direktvertrieb in E-Business, Onlineshop, Würth App, E-Procurement-Lösungen und scanner-gestützte Bestellsysteme. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mai 2015 entfällt derzeit ein Zehntel des Würth-Umsatzes auf E-Commerce. Dieser Anteil soll aber schnell steigen.

"12 bis 13 Prozent" sollen es in diesem Jahr werden, zitiert die Zeitung Herrmann, in zehn Jahren könnten es auch 20 bis 30 Prozent sein. Die Konzernführung habe sich in den letzten Monaten bei einem halben Dutzend Unternehmen umgesehen, die stark im E-Commerce sind, um von ihnen zu lernen, berichtet die Zeitung.

Die Würth-Zentrale in Künzelsau-Gaisbach in Baden-Württemberg.
Die Würth-Zentrale in Künzelsau-Gaisbach in Baden-Württemberg.
Foto: Würth

Die Adolf Würth GmbH & Co. KG ist das Mutterunternehmen der global tätigen Würth-Gruppe, international tätig im HandelHandel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Die Firma wurde 1945 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Künzelsau-Gaisbach im Nordosten Baden-Württembergs. Das Unternehmen beliefert Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus, der Bauwirtschaft und Einzelhändler mit Eigenmarken und Fremdartikeln. Top-Firmen der Branche Handel

400 Gesellschaften und 66.000 Mitarbeiter in 80 Ländern

Die Gruppe besteht aus über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter (Stand: 31. Dezember 2014). Davon sind 30.000 fest angestellte Verkäufer im Außendienst. Im Geschäftsjahr 2014 lag der Umsatz der Gruppe bei rund 10,13 Milliarden Euro.

Zum Unternehmen gehören unter anderem die Würth Industrie Service GmbH & Co. KG, Unielektro GmbH & Co. KG, die Würth Elektronik Unternehmensgruppe und die Normfest GmbH.

Das Kerngeschäft, die so genannte Würth-Linie, umfasst über 100.000 Produkte, von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis hin zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz.

Die "Allied Companies" - Gesellschaften des Konzerns, die an das Kerngeschäft angrenzen oder diversifizierte Geschäftsbereiche bearbeiten - ergänzen das Angebot um Produkte für Bau- und Heimwerkermärkte, Elektroinstallationsmaterial, elektronische Bauteile und Finanzdienstleistungen. Sie machen über 40 Prozent des Umsatzes aus.