Umsatzrückgang

Yahoo schrumpft weiter unter Marissa Mayer

16. Oktober 2013
Yahoo-Chefin Marissa Mayer hebt gern hervor, dass die Nutzerzahlen steigen, seitdem sie das Ruder übernommen und die Angebote modernisiert hat. Doch in den Geschäftszahlen spiegelt sich dieser Fortschritt kaum wider. Es geht abwärts.

Auch mehr als ein Jahr nach dem Amtsantritt von Marissa Mayer als Yahoo-Chefin schwächelt das Interneturgestein. Im dritten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück (815 Mio Euro). Der operative Gewinn schrumpfte wegen hoher Entwicklungskosten für neue Produkte sogar um 39 Prozent auf 93 Millionen Dollar, wie Yahoo am Dienstag im kalifornischen Sunnyvale mitteilte.

Mayer war angetreten, um Yahoo nach Grabenkämpfen im Management aus der Lethargie zu reißen. Das ist ihr in Teilen auch geglückt. Wie sie immer wieder betont, flattern dem Unternehmen viele Bewerbungen ins Haus und die Nutzerzahlen für die diversen Angebote steigen. Yahoo hatte unter anderem seine Fotoplattform Flickr generalüberholt, stark in Apps für SmartphonesSmartphones und Tablet-Computer investiert sowie unter anderem die Blog-Plattform Tumblr gekauft. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Yahoo sieht sich bei der Jagd nach Werbegeldern aber weiterhin harter Konkurrenz von Rivalen wie GoogleGoogle oder FacebookFacebook ausgesetzt. Vor allem der Umsatz mit Bannerwerbung ging bei Yahoo zurück, was an einem Preisverfall lag. Auch die bezahlten Links bei Suchergebnissen warfen weniger ab. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de

Unterm Strich ging der Gewinn auf 297 Millionen Dollar zurück nach 3,2 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Damals hatte allerdings der Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba das Ergebnis massiv in die Höhe getrieben.

Die Reaktion der Anleger fiel dennoch milde aus. Nachbörslich stieg das Papier sogar um ein knappes Prozent. Denn gleichzeitig kündigte Yahoo an, sich bei einem möglichen Börsengang von Alibaba von weniger Anteilen zu trennen als ursprünglich angedacht. Die Beteiligung an dem erfolgreichen chinesischen Unternehmen ist der Schatz von Yahoo und sorgte in der Vergangenheit regelmäßig für fette Gewinne. (dpa/rs)