Kampf um Fachkräfte

Zufriedenheit wichtiger als Prozessverbesserung

06. September 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Eine Befragung des ifaa zeigt: Der Fachkräftemangel ist mittlerweile so groß, dass Arbeitszufriedenheit für Firmen das wichtigste Thema geworden ist.

Bereits sieben Mal befragte das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) seit 2010 Teilnehmer aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zu Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation. Erstmals wurde die Arbeitszufriedenheit als das wichtigste der abgefragten Themen bestimmt. Auf dem zweiten Platz folgt die demografische Entwicklung. Beide Themen haben in den vergangenen Erhebungen - die letzte im vierten Quartal 2011 - stetig an Bedeutung zugenommen. Das ifaa sieht die beiden Themen auch deshalb so weit vorn, weil sie in engem Zusammenhang mit dem härter werdenden Wettbewerb um junge Fachkräfte stehen.

Die wichtigsten Themen der Befragten lauten Arbeitszufriedenheit, demografische Entwicklung und Arbeitszeitflexibilisierung.
Die wichtigsten Themen der Befragten lauten Arbeitszufriedenheit, demografische Entwicklung und Arbeitszeitflexibilisierung.
Foto: ifaa

Am dritthäufigsten nannten die Umfrageteilnehmer die Arbeitszeitflexibilität. Noch ein halbes Jahr zuvor hatten die Befragten dieses Thema zum wichtigsten Thema ernannt. Viertwichtigstes Einzelthema ist das Führungsmanagement, das ebenso wie der kontinuierliche Verbesserungsprozess (Rang fünf) auf einem hohen Niveau etwa die Werte früherer Befragungen erreicht.

Prozess-Themen verlieren an Bedeutung

An Bedeutung verloren haben Themen mit Bezug zur Prozessverbesserung, etwa Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Dass Prozessorganisation mittlerweile auf Rang sechs liegt, erklärt das ifaa in der Umfrageauswertung so: Die Einschätzung lasse sich wohl mit dem in den Unternehmen zwischenzeitlich erreichten hohen Niveau der Prozessoptimierung erklären. Vielleicht spielen aber auch die im Durchschnitt guten wirtschaftlichen Ergebnisse eine Rolle, die dieses Thema unbedeutender werden lassen, so die Analyse der Umfrageinitiatoren.

Nach der Prozessorganisation folgen gesundheitsbezogene Themen wie ergonomische Arbeitsgestaltung, betriebliches Gesundheitsmanagement, arbeitsbezogene Belastungen und Beschwerden sowie der gesetzliche Arbeits- und Gesundheitsschutz. Im letzten Drittel finden sich die Themen Produktionssysteme, Leistungsentgelt, Change Management und Zielvereinbarung.

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